Klietz l Knackige Brötchen, filigrane Schwäne aus Brandteig mit Sahne gefüllt, Deftiges im Blätterteig, eine herbstlich dekorierte Torte mit Französischer Creme – mit diesen Köstlichkeiten gestaltete Tim Jacobi sein Schaufenster für die Bäcker-Gesellenprüfung. Mit Roy Thöndel gab es noch einen zweiten Prüfling, derall das unter Beweis stellte, was er während der Ausbildung gelernt hatte.

Prüfer schauen wachsen zu

Von morgens um 7 Uhr an wurde geknetet, gerührt, geformt und gestaltet – unter den wachsamen Augen der drei Prüfer Cornelius Glaser (Prüfungsvorsitzender der Bäckerinnung Altmark), Benjamin Buchholz von der Deichbäckerei Beuster und Berufsschullehrerin Nadine Sczyslewski. Sie schauten genau hin, wie gut Tim und Roy organisiert sind, welche Rezepturen sie verwenden und wie gut die Handgriffe sitzen, um am Ende des Tages ihr Schaufenster mit den vier Gruppen Brötchen/Zöpfe, Brot, Snacks aus Blätter- und Brandteig sowie Torten und Kuchen unter dem Motto „Herbst“ zu gestalten. Schon seit einigen Wochen war ihnen bekannt, was sie alles backen müssen.

Roy bereitete sich in seinem Stendaler Ausbildungsbetrieb vor, Tim in Haldensleben. Er stellte sich der Prüfung schon ein halbes Jahr eher als regulär, denn die Gesellenprüfungen finden eigentlich im Sommer statt. Beim jetzigen Termin handelte es sich um eine Prüfung der Bäckerinnung Altmark mit den Landkreisen Stendal und Salzwedel für verkürzte Ausbildung beziehungsweise Nachprüfung. Tim aus der Börde konnte als Gast teilnehmen.

Bilder

Bäckerlehrlinge fehlen

Dass es generell zu wenige Auszubildende im Bäckerhandwerk gibt, bedauert Cornelius Glaser, der selbst immer wieder Lehrstellen anbietet – oft bleiben sie unbesetzt. Derzeit gibt es vier Handwerks-Bäckerlehrlinge in der Altmark, dazu kommen noch ein paar Anwärter auf Industrie-Bäcker in großen Betrieben. Die Berufsschule findet in Stendal statt.

Für Tim stand schon lange fest, Bäcker werden zu wollen, dementsprechend kniete er sich auch rein. Die Prüfung hat er sich „schlimmer vorgestellt, es ist ganz gut gelaufen. Mit ein paar Kleinigkeiten bin ich nicht zufrieden“, sagt er mit selbstkritischem Blick auf sein fertiges Werk. Das nahmen die drei Prüfer dann genau unter die Lupe, probierten und vergaben ihre Wertungen. Die war eindeutig: Note 1! Tim freute sich sehr. Allerdings wird er erst einmal als Bäcker pausieren und im elterlichen Reinigungsbetrieb arbeiten. Ab kommendem Jahr möchte er seinen Meister machen, um irgendwann eine eigene Backstube zu eröffnen. Auch Roy freute sich, dass er die Prüfer von sich überzeugen konnte, vor allem Brot und Brötchen sind ihm gut gelungen. Auch er ist frischgebackener Geselle.