Stendal l Seit Mai laufen die umfangreichen Arbeiten am Stendaler Bahnhof, die ein großes Ziel haben: Barrierefreiheit für die Reisenden zu schaffen. Lange hatten die Stendaler auf den mehrfach verschobenen Baustart gewartet, doch nun geht es richtig gut voran. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost auf Volksstimme-Nachfrage.

Begonnen hatten die Arbeiten am Bahnsteig 5. Er ist erhöht worden und kann seit dem 5. Juli wieder genutzt werden. Derzeit laufen die Arbeiten am gegenüberliegenden Bahnsteig 4. „Ende August soll der Bahnsteig 4/5 komplett fertig sein“, kündigte die Bahnsprecherin an. Konkret soll Bahnsteig 4 ab dem 30. August wieder geöffnet sein.

Die Erhöhung der Bahnsteige ist einer der wichtigsten Bestandteile des Gesamtbauvorhabens. Bisher hatten die Bahnsteige eine Höhe von 38 Zentimetern, künftig werden sie 55 Zentimeter hoch sein und damit einen stufenfreien Zugang zu den Zügen ermöglichen.

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Wenn die Bahnsteige 4/5 fertig sind, geht es mit den Bahnsteigen 2/3 einschließlich des östlich gelegenen Bahnsteiges 8 weiter. Die 80 Jahre alten Gebäude auf den Bahnsteigen, unter anderem früher als Kiosk genutzt, wurden beziehungsweise werden abgerissen.

Grundwasser stellt bisher kein Problem dar

In den kommenden Monaten und Jahren – der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2021 geplant – sollen der Personentunnel und die Treppen erneuert werden, zudem werden Aufzüge errichtet. Die neuen Bahnsteige bekommen ein Blindenleitsystem, eine neue Beschilderung und eine Ausstattung mit Windschutz, Vitrinen und Bänken. Die Beleuchtungsanlagen an den Bahnsteigen und im Personentunnel werden erneuert.

Ganz am Ende wird der Röxer Tunnel, der während der Sperrung des anderen Tunnels stärker frequentiert wird, zurückgebaut und verfüllt. Das Land Sachsen-Anhalt und die Deutsche Bahn investieren rund 16 Millionen Euro, weitere zwei Millionen Euro sind für einen Haltepunkt am Hochschulcampus geplant.

Neben der Bahnsteigserhöhung „laufen auch die Anpassungsarbeiten an der Signal-, Leit- und Sicherungstechnik“, erklärte Erika Poschke-Frost. Außerdem werde gerade an der Baugrube für den Aufzugeinbau gearbeitet. „Hier geht es um die Umschließung dieser mit Bohrpfählen und Bohrplatten. Das entsprechende Bohrgerät ist ja gut sichtbar“, so die Bahnsprecherin.

Wegen der Arbeiten ist der Personentunnel zwischen Bahnhofsgebäude und Lüderitzer Straße bis voraussichtlich Juni 2020 gesperrt. Derzeit kann er vom Bahnhof her noch als Zugang zum Bahnsteig 2/3 genutzt werden.

Derzeit gebe es keine Probleme mit Grundwasser, so Poschke-Frost. Diese Sorge besteht aber, denn in der Vergangenheit war zum Beispiel immer mal wieder Grundwasser in den Röxer Tunnel eingedrungen. Auch Jeannette Winter, Leiterin des Regionalbereiches Südost der DB Station&Service AG, hatte im Juni beim offiziellen ersten Spatenstich gesagt: „Es ist nicht davon auszugehen, dass es immer geschmiert läuft“ und als möglichen „Störfaktor“ das Grundwasser-Problem genannt.

Doch bisher läuft alles nach Plan. Auch für den Bahnverkehr. „Er läuft nach unseren Informationen so wie baubedingt vorgesehen“, sagt die Bahnsprecherin. Der Zugverkehr laufe über die zur Verfügung stehenden Bahnsteige und Gleise.

Die nächste Bauphase beginnt am 30. August, wenn Bahnsteig 4 wieder genutzt werden kann. Dann geht es weiter mit Bahnsteig 3 und Bahnsteig 8. Beide werden gesperrt.

Für die Fahrten von und nach Tangermünde rollen ab dem 30. August Busse im Schienenersatzverkehr. „Die Haltestelle befindet sich auf dem Busbahnhof“, erklärt Erika Poschke-Frost. Weil nicht alle Bahnsteige zur Verfügung stehen, gelten zum Teil veränderte Abfahrtszeiten.

Informationen über Einschränkungen und baubedingte Fahrplanänderungen im Zugverkehr gibt es in Internet unter www.insa.de oder bauinfos.deutschebahn.com