Blaulicht

Schwerer Unfall im Salzland - Bundeswehr-LKW kippt auf Auto, zwei Hubschrauber im Einsatz + Video

„Keine schönen Bilder“, beschreibt Volksstimme-Reporter Andre Schneider die Situation vor Ort. Zwischen den Ortschaften Schwarz und Sachsendorf kam es zu einem folgeschweren Unfall.

Von Andre Schneider und Sebastian Rose
Auf der L63 zwischen Sachsendorf und Schwarz ist ein LKW aut ein Auto gefallen. Nach ersten Erkenntnissen gibt es drei Schwerverletzte.
Auf der L63 zwischen Sachsendorf und Schwarz ist ein LKW aut ein Auto gefallen. Nach ersten Erkenntnissen gibt es drei Schwerverletzte. Foto: Andre Schneider

Schwarz/Sachsendorf - Die Schutzengel haben ganze Arbeit geleistet. Bei einem schweren Unfall auf der Landstraße 63 zwischen Schwarz und Sachsendorf kippt ein Lkw der Bundeswehr um. Er begräbt ein Auto eines Pflegedienstes aus der Saale-Stadt unter sich.

Die Insassen müssen mit schwerem Gerät und einem Kran befreit werden. Wie durch ein Wunder kommt bei Unfall niemand ums Leben. Schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt werden die 55-jährige Fahrerin des völlig zerstörten Autos und ihre 57 Jahre alte Beifahrerin nach Angaben von Polizei-Sprecher Ulf Horenburg ins Krankenhaus gebracht.

Großes Glück im Unglück

„Sie haben riesiges Glück gehabt“, kommentiert der Polizeihauptkommissar aus dem Salzlandkreis-Revier noch an der Unfallstelle. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler kommt ein 27-jähriger Fahrer eines Bundeswehr-Fahrzeuges von der Fahrbahn ab. Er steuert den mit Schüttgut beladenen Lkw in die Böschung; den Asphalt der Straße und den Grünstreifen trennen an dieser Stelle 20, bis zu 25 Zentimeter.

Der Unfallwagen gerät ins Schlingern und kollidiert mit einem entgegen kommenden Sattelzug. Das Bundeswehrfahrzeug kippt um und begräbt einen Kleinwagen unter sich. In dem Wagen sitzen zwei Frauen. Sie werden eingeklemmt. Ersthelfer eilen sofort an die Unfallstelle und alarmieren die Rettungskräfte. „Bei der Alarmierung wurde uns bereits mitgeteilt, dass ein Pkw unter einen Lkw liegt“, sagt Lars Roschkowski.

Er ist an diesem Vormittag Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Calbe. Der Feuerwehr bietet sich beim Eintreffen am Einsatzort ein Bild des Grauens, das Schlimmes befürchten lässt. „Wir kamen zunächst an die Person nicht heran, da der Lkw direkt auf dem Pkw lag“, berichtet der Einsatzleiter von der schwierigen Bergung. Die zuerst eintreffende Feuerwehr aus Groß Rosenburg gibt unverzüglich Lagemeldung ab. Sie fordert einen Kran an. „Glücklicherweise war er in der Nähe“, so Roschkowski.

Ein Bild des Grauens vor Ort

Der Kran hebt den havarierten Lkw ein Stück weit an, sodass die Rettungskräfte arbeiten können. Die Rettung gestaltet sich trotzdem schwer. Der Lkw ist mit Schüttgut beladen und „muss teilweise entladen werden“. Die Insassen haben Glück im Unglück. Zwar ist das Dach des Kleinwagens komplett eingedrückt. Der Fußraum bleibt wie durch ein Wunder unversehrt. Das kommt den Rettungskräften bei der Bergung zu Gute. „Die beiden Personen konnten auch selbst mithelfen“, kommentiert der Feuerwehrmann. Während der Bergung schirmen Feuerwehrleute den Unfallwagen mit Decken ab. Der 27-jährige Fahrer des Bundeswehr-Fahrzeug sowie sein Beifahrer, er ist nach Angaben der Polizei 32 Jahre alt, bleiben unverletzt. Sie erleiden laut dem Polizei-Sprecher einen Schock, werden durch Bundeswehr-Kräfte betreut.

Die Polizei sperrt die Fahrbahn weiträumig. Der Verkehr steht still zwischen Schwarz und Sachsendorf. Zwei Rettungshubschrauber schweben am Unfallort ein. Ein weiterer der Polizei fertigt für die weiteren Ermittlungen Luftaufnahmen der Unfallstelle an. Die Calbenser Feuerwehren sind mit dutzenden Einsatzkräften vor Ort. Drei Wehren aus Calbe und Barby helfen bei der Rettung. Auch für sie keine alltägliche Situation, alles andere als bloße Einsatz-Routine. „Nach solchen belastenden Einsätzen gehen wir nicht gleich nach Hause, wenn wir am Gerätehaus sind“, erklärt Roschkowski. „Wir reden dann viel miteinander.“

Die L63 wird noch mehrere Stunden voll gesperrt sein.
Die L63 wird noch mehrere Stunden voll gesperrt sein.
Foto: Andre Schneider