Betrugsmaschen

Betrug am Telefon und Bildschirm im Salzlandkreis

Die Polizei im Salzlandkreis warnt nach neuerlichen Fällen wiederholt vor mit dem Enkeltrick kombinierten Schockanrufen und einer miesen Computermasche.

Von Bianca Oldekamp
Fälle von gleich zwei Betrugsmaschen, die zur Zeit im Salzlandkreis kursieren, berichtete die Polizei im Salzlandkreis am Mittwoch, 9. Juni 2021.
Fälle von gleich zwei Betrugsmaschen, die zur Zeit im Salzlandkreis kursieren, berichtete die Polizei im Salzlandkreis am Mittwoch, 9. Juni 2021. Foto: Ole Spata/dpa

Schönebeck/Staßfurt - Gleich zwei Betrugsmaschen kursieren ganz aktuell wieder im Salzlandkreis, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Mehrere sogenannte Schockanrufe und ein Fall von Computerbetrug wurden der Polizei gemeldet.

„Am Dienstag kam es in Staßfurt, Hecklingen und Bernburg zu sogenannten Schockanrufen, bei welchen sich unbekannte Täter als Enkel ausgaben“, erklärt Marco Kopitz, Sprecher der Polizei im Salzlandkreis – möglicherweise eine Kombination aus Schockanrufen und Enkeltrick. Die „Enkel“ hätten angeblich einen Unfall und würden bei der Polizei in Braunschweig oder Magdeburg festgehalten. Durch den Unfall soll ein Mensch getötet worden sein, deshalb muss die angebliche Enkelin eine Kaution bezahlen.

Echten Enkel angerufen

„Zum Glück bemerkten die Angerufenen in zwei Fällen, dass es sich um einen Betrugsversuch handeln könnte und legten auf“, so Kopitz. Im dritten Fall kontaktierte der 84-Jährige Bernburger seinen echten Enkel und fragte nach. Von dem wurde dem Mann dann bestätigt, dass es dem wirklichen Enkel gut geht. „Wie viele weitere Menschen noch an diesem Tag angerufen wurden und ob es ein Opfer dieser Betrugsmasche im Salzlandkreis gibt ist noch unklar“, teilt Kopitz was diese Betrugsmasche angeht, abschließend mit.

Doch damit nicht genug von derzeit kursierenden Betrugsmaschen im Salzland. Schließlich gibt es da noch den Fall von Computerbetrug, der sich ebenfalls am Dienstag ereignete. Konkret wurde an diesem Tag ein 66-jähriger Mann aus Schönebeck von einem unbekannten Mann angerufen, welcher vorgab vom Microsoft-Service zu sein.

Fernzugriff auf Computer übernommen

„Er überredete ihn im gebrochenen Deutsch, eine Software auf dem Computer zu installieren, damit er den Fernzugriff übernehmen kann“, berichtet Polizeisprecher Marco Kopitz. Innerhalb des Telefonates erklärte der Unbekannte, dass nur so eine Hilfe für das von Hackern übernommene System möglich wäre. Nachdem die Software installiert und der Zugang gewährt war, verlangte der Mann noch, eine Kopie des Personalausweises und öffnete diverse Programme, unter anderem auch die Banking Software.

Nach fünf bis sechs Stunden Telefonat und Arbeit am Computer war dann angeblich alles erledigt. Dem Schönebecker kam das Ganze dann aber doch etwas komisch vor und suchte seine Bankfiliale auf. Dort musste er schließlich feststellen, dass zwischenzeitlich zwölf Abbuchung mit einem Gesamtbetrag von knapp 5700 Euro vorgenommen wurden.

„Das Konto wurde gesperrt und noch am Abend eine Strafanzeige erstattet“, teilt Kopitz mit. Der Computer muss nun, wie im Falle eines tatsächlichen Hackerangriffs von einem vertrauenswürdigen Computerfachmann repariert werden um den gewährten Zugriff dauerhaft zu entfernen.

Das rät die Polizei im Salzlandkreis:

Schockanrufe:

Solchen finanziellen Forderungen sollten nicht entsprochen werden. Achtung: Die Betrüger lassen sich fast täglich neue Varianten einfallen. Betroffene sollten immer eine Vertrauensperson über einen merkwürdigen Anruf informieren und das weitere Vorgehen besprechen.

Computerbetrug:

Im Rahmen der Aufklärung sollte sich die jüngere Generation der Eltern oder Großeltern annehmen und sie über solche Betrugsmaschen aufklären. Und: Bevor Unbekannten Zugriff gewährt wird, sollte eine Vertrauensperson hinzugezogen werden.