Nach schwerem Unfall in Wolmirsleben

Sekundenschlaf gilt als Straftat

War es Sekundenschlaf oder nicht? Bei einem schweren Verkehrsunfall am Dienstagabend in einer langgezogenen Rechtskurve in Wolmirsleben waren fünf Menschen teils schwer verletzt worden (Volksstimme berichtete). Der Unfallverursacher, der mit leichten Verletzungen davongekommen war, habe danach spontan gemeint, dass er wohl kurz eingeschlafen war, so Polizeisprecher Marco Kopitz gestern auf Nachfrage der Volksstimme.

War Sekundenschlaf die Ursache? Bei einem Unfall in Wolmirsleben wurden fünf Menschen teils schwer verletzt.
War Sekundenschlaf die Ursache? Bei einem Unfall in Wolmirsleben wurden fünf Menschen teils schwer verletzt. Polizei Salzland

Wolmirsleben - Sabine Lindenau

Wenn dies zutrifft, dann handle es sich um eine Straftat. Laut Paragraph 315 c des Strafgesetzbuches erfülle Sekundenschlaf den Tatbestand der Gefährdung des Straßenverkehrs. Eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen können bei einer Verurteilung die Folge sein. Auch der Paragraph 229 des Strafgesetzbuches – fahrlässige Körperverletzung – finde in solchen Fällen Anwendung. Auch bei Fahrlässigkeit drohen dem Unfallverursacher empfindliche Strafen.

Statistiken über Unfälle, bei denen ein kurzes Wegnicken ursächlich ist, gibt es bei der Polizei nicht. „Aber wir haben öfter das Phänomen, dass Fahrzeuge plötzlich auf gerader Strecke auf die Gegenfahrbahn geraten.“ Kopitz ist sicher: Dann steckt in den meisten Fällen eine Ablenkung dahinter. Das könne mal eine Kurznachricht sein, die nebenbei im Smartphone geschrieben werde. Ein anderes Mal aber eben auch der Bruchteil von Sekunden, in denen die Augen des Fahrers einfach zufallen.

Der Polizeisprecher weiß, dass sich Symptome von Übermüdung andeuten. Wer diese während der Fahrt an sich feststellt, sollte einfach kurz anhalten, aussteigen und sich an der frischen Luft bewegen. Oder auch anhalten, um eine kurze Schlafpause einzulegen. „Man bringt ja auch andere in Gefahr“, appelliert er an die Vernunft der Fahrer, sich nicht übermüdet hinters Steuer zu setzen. Auch das Smartphone sollte beim Fahren tabu sein.