Berlin (dpa) - Sie waren wagemutige Alpinisten und gehörten zu den ersten Deutschen, die den Himalaya erforschten. Und doch sind die Brüder Schlagintweit heute fast vergessen.

Hermann, Robert und Adolph Schlagintweit waren nach Angaben ihres Biografen Rudi Palla die ersten Menschen, die eine Höhe von fast 6800 Metern erklommen. In seiner lesenswerten Biografie "In Schnee und Eis" würdigt der Reisejournalist Palla die drei Münchner Pioniere, die sich als Wissenschaftler verstanden. Schwerpunkt ist ihre atemberaubende Himalaya-Expedition der Jahre 1855 bis 1857, die Adolph bis nach Turkestan führte, wo er grausam endete.

Gut 40.000 Objekte brachten die überlebenden beiden Brüder von ihrer Expedition mit, darunter vorzügliche Zeichnungen und Aquarelle. Doch warum blieb ihnen der Ruhm verwehrt? Zum Teil scheint es an ihrer Geltungssucht gelegen zu haben ("Gebrüder Schnabelweit"), die Zeitgenossen unangenehm aufstieß, zum Teil auch an ihrem Unvermögen, ihre Forschungsberichte leserlich zu verpacken. Genau das aber gelingt dem Autor.

- Rudi Palla: In Schnee und Eis. Die Himalaya-Expedition der Brüder Schlagintweit, Galiani Verlag, Berlin, 208 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-86971-187-4

In Schnee und Eis