Berlin (dpa) – Eine skurrile Parallelwelt hat sich der walisische Schriftsteller Jasper Fforde für seinen Roman "Eiswelt" ausgedacht. Das Weltklima ist durcheinander geraten. Es ist mittlerweile so kalt geworden, dass die meisten Einwohner den Winter schlafend verbringen.

Das gelingt nur, wenn die Menschen genug Fettreserven angesammelt haben. Für Fforde ergeben sich so zahlreiche Möglichkeiten zu satirischen Seitenhieben auf den Schlankheitswahn der realen Welt.

Fforde hat offensichtlich viel Spaß daran gehabt, seine Gegenwelt zu entwerfen, so dass die Handlung bisweilen nebensächlich wirkt. In deren Mittelpunkt steht der junge Charlie, der einen neuen Job antritt. Er ist als Winterkonsul dafür verantwortlich, dass die Menschen in ihren Großquartieren in Ruhe den Winter durchschlafen können. Dabei kommt er dunklen Machenschaften auf die Spur, bei denen die hilflosen Schlafenden von unterschiedlichen Interessen ausgenutzt werden.

Wenn man sich einmal in die Welt des Romans hineingefunden hat, wird "Eiswelt" zu einem unterhaltsamen Kommentar auf unsere Gesellschaft.

- Jasper Fforde: Eiswelt. Wilhelm Heyne-Verlag, München, 651 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-453-31969-3

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