Stuttgart (dpa) - Der Personenkult gehört zu einem ordentlichen Diktator dazu, ja ohne diesen ist dieser eigentlich gar nicht vorstellbar.

Man denke nur an die Kim-Dynastie in Nordkorea, die aus dem Personenkult eine Art Staatsreligion gemacht hat mit geradezu grotesken Auswüchsen. Dafür gibt es so einige historische Vorbilder.

In seinem Buch "Diktator werden" zeigt der Historiker Frank Dikötter, wie Diktatoren des 20. Jahrhunderts aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen den Personenkult zum Mittelpunkt ihrer Tyrannei machten. Neue Technologien oder Propagandamittel wie Radio und Film kamen ihnen dabei zugute. Die Beispiele reichen von Mussolini über Hitler und Stalin bis zu Ceausescu und Mengistu, dem sozialistischen Diktator Äthiopiens.

Der Autor analysiert dabei auch die düstere Kehrseite des Personenkults, nämlich Angst und Repression. Sehr interessant wäre eine Weiterführung des Themas in die Gegenwart hinein: Wie stellt sich der Personenkult heute mit Hilfe des Internets dar, etwa bei Erdogan, Xi Jinping oder Putin?

- Frank Dikötter: Diktator werden. Populismus, Personenkult und die Wege zur Macht, Klett-Cotta, Stuttgart, 368 Seiten, 26,00 Euro, ISBN 978-3-608-98189-6.

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