Augsburg (dpa) - Das Brechtfestival in Augsburg widmet sich in diesem Jahr dem Spannungsfeld zwischen Egoismus und Solidarität. Das politische Kulturfest wird an diesem Freitag eröffnet.

Zur Premiere zeigt das Augsburger Theater "Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer" nach einem Fragment von Bertolt Brecht. Das Festival erinnert daran, dass Brecht (1898-1956) in Augsburg geboren wurde und dort seine Jugend verlebte. Das Festival dauert bis zum 4. März.

Weitere Höhepunkte des Festivals sollen Gastspiele des Maxim Gorki Theaters am zweiten Festivalwochenende sein. Die Berliner sollen beispielsweise zum Abschluss des Festivals das Stück "Winterreise" mit professionellen Schauspielern aus Afghanistan, Syrien und Palästina zeigen. Das Theater Bremen wird zuvor mit dem Brecht-Stück "Der gute Mensch von Sezuan" in Augsburg gastieren (25.2.). Am Samstag (24.2.) sind wieder zahlreiche Konzerte an verschiedenen Orten in Augsburg bei der "Langen Brechtnacht" geplant.

"Egoismus und Solidarität sind keine Begriffe von gestern, sie erfahren gerade eine beklemmende Aktualität", erklärten der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und Kulturreferent Thomas Weitzel den diesjährigen Programmschwerpunkt. Alte Gewissheiten würden heute wanken. "Gut und Böse, Links und Rechts, Wahrheit und 'Fake' - was einst zuverlässig Halt bot, ist relativ geworden", sagten sie.

Das Brechtfestival findet zum zweiten Mal unter der künstlerischen Leitung des Berliner Regisseurs Patrick Wengenroth statt. Wengenroth wird auch 2019 noch einmal Chef des Brechtfestes sein. Nach dem neuen Konzept des Festivals wechselt die Leitung künftig im Drei-Jahres-Rhythmus.

Außer mit dem Kultusfest erinnert die Stadt auch mit einer Literaturauszeichnung an Brecht (1898-1956). Der mit 15 000 Euro dotierte und alle zwei Jahre vergebene Bertolt-Brecht-Preis geht in diesem Jahr an die Hamburger Autorin Nino Haratischwili. Frühere Preisträger sind unter anderem Urs Widmer, Robert Gernhardt und Franz Xaver Kroetz.

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