Hecklingen l Bürgermeister Uwe Epperlein ist es wichtig, mit den Bürgern über Probleme zu reden. Deshalb hat er Einwohnerversammlungen ins Leben gerufen. Seit einigen Wochen tourt er damit durch alle Orte. In Groß Börnecke und Cochstedt wurde das Angebot von vielen Leuten angenommen, in Hecklingen kamen nur vier Bürger zum Termin. Die Anwesenden einer Bürgerversammlung Donnerstagabend in Hecklingen konnten an einer Hand abgezählt werden. Nur vier Leute nahmen das Angebot der Stadt an und kamen in den Stadtsaal „Stern“ zum Treffen, aus dem dann letztendlich ein Tischgespräch wurde.

Ortsbürgermeisterin Elke Atzler (CDU) sah es sportlich. „Es bringt uns nichts, uns jetzt grün und blau zu ärgern“, sagte sie. Würde es große Probleme und Schwachstellen im Ort geben, wäre der Saal mit Sicherheit proppenvoll gewesen. Das hätten Ratssitzungen in der zurückliegenden Zeit deutlich gemacht, wenn über problematische Themen debattiert wurde und viele Leute anwesend waren. Möglicherweise falle es den Leuten in Hecklingen schwer, neue Angebote für sich zu nutzen. Etwas Neues müsse sich im Ort erst etablieren, schätzt die Stadträtin und nannte als Beispiel das Heimatfest, das jetzt nicht mehr weg zu denken sei. „Seit drei Jahren gibt es jetzt diese neue Veranstaltung im Sommer.“ Positiv zu sprechen kam die Ortsbürgermeisterin auch in diesem Zusammenhang auf die vielen engagierten Hecklinger. Etliche Aktionen im Ort und Veranstaltungen seien von so vielen Freiwilligen unterstützt worden. Das zeige einmal mehr, wie groß der Zusammenhalt in der Gemeinschaft sein kann. Das Organisationsteam des Heimatfestes sei mittlerweile so groß, dass der Sitzungssaal im Rathaus nicht mehr ausreiche, freut sich Elke Atzler über den Zuspruch der Helfer.

„Über Hinweise der Bürger sind wir dankbar.&#

Sie erwähnte außerdem einige weitere Projekte, die in den zurückliegenden Jahren mit der Hilfe vieler Hecklinger in Gang gesetzt wurden. „Der Friedhofsberg hat einen neuen Gehweg, ohne, dass der Stadt Kosten entstanden sind.“ Um den Friedhof herum sei ein neuer Zaun gesetzt worden, richtete sich ihr Dank an die treuen Helfer der vielen Arbeitseinsätze.

Auch der Weihnachtsmarkt, der im vergangenen Jahr in einer neuen Form an der Kirche durchgeführt wurde, sei bei vielen prima angekommen. Jetzt gehe es darum, in weiteren Jahren an sich zu wachsen und die Veranstaltung weiter zu verbessern. „Über Hinweise der Bürger, in welcher Form auch immer, sind wir dankbar.“ Und immer wieder wurde während des Gespräches deutlich, wie wichtig es der Ortsbürgermeisterin ist, zu erwähnen, dass Hecklingen viele engagierte Leute hat. Dass die Hecklinger anwesend sein können, habe auch der von Uwe Epperlein neu ins Leben gerufene Neujahrsempfang gezeigt, der mit so vielen positiven Rückmeldungen ein voller Erfolg gewesen sei und in den folgenden Jahren als Tradition etabliert werden soll. Im Vorfeld habe es auch Kritiker der Veranstaltung gegeben, merkte Hecklingens Bürgermeister Uwe Epperlein (Wählergemeinschaft Hecklingen) dazu an, aber im Endeffekt habe ihn der Zuspruch in seinem Ansinnen bestrebt, an der Durchführung festzuhalten.

Sanierung Schule und neue Investoren

Der Bürgermeister zeigte sich über die geringe Beteiligung an der Bürgerversammlung in Hecklingen anfangs enttäuscht. Zumal er und Elke Atzler sich auf den Termin vorbereitet hätten, um den Bürgern zu berichten, was im kommenden Jahr im Ort zu erwarten ist. Dennoch optimistisch gestimmt, erläuterte er den Anwesenden von Angesicht zu Angesicht, was die Kommune in den nächsten Monaten anpacken möchte. Die Grundschule in Hecklingen soll teilsaniert werden, unter anderem soll ein baulicher Fluchtweg geschaffen werden, das Dachgeschoss soll zur Nutzung hergerichtet werden, neue Toiletten sind angedacht. Touristisch kam Epperlein auf den Radweg R1 zu sprechen. Derzeit laufen Bemühungen, seinen Verlauf aus der Feldflur in den Ort zu verlegen, um mehr Touristen in den Ortskern zu locken. Außerdem informierte er, dass es gelungen sei, einen Investor für ein Grundstück in der Gierslebener Straße zu finden, der dort neuen Wohnraum schaffen will. Verhandlungen liefen zudem mit einem weiteren Investor, der Interesse zum Bau einer Immobilie auf dem freien Grundstück in der Kurze Straße bekundet habe. Der „Mängel-Melder“ werde von den Bürgern zudem gut angenommen. Bei dem Service, der im zurückliegenden Jahr eingeführt wurde, können Anwohner der gesamten Stadt ihre Anliegen und Probleme über ihr Smartphone oder den Computer direkt an die Stadtverwaltung senden. Ein entsprechendes Formular wurde im Rahmen der Neugestaltung der Stadt-Webseite im Internet eingeführt.

Hinzu komme, informiert Epperlein, dass die Stadt Gespräche mit Landwirten aufgenommen habe. Lösungen für Probleme sollen angeschoben werden, die entstehen, wenn die Bauern im Sommer mit ihren großen Maschinen durch den Ort fahren.

Das Thema Ordnung und Sauberkeit wurde vom Bürgermeister ebenfalls zur Sprache gebracht. In Hecklingen sei eine erste Hundetoilette am Netto-Supermarkt aufgebaut worden, informierte er. Außerdem soll in diesem Jahr noch eine neue Satzung zur Straßenreinigung unter Dach und Fach gebracht werden, die vorsieht, dass die Hautpverkehrsstraßen in Hecklingen künftig mit einer Kehrmaschine gesäubert werden. Und: Neue Mülltonnen wurden im Rahmen einer „Malaktion“ mit Jugendlichen in Hecklingen im vergangenen Jahr aufgestellt „Natürlich gibt es weitere Schwachstellen im Ort“, blendet Epperlein bestehende Probleme nicht aus und ist für Hinweise dankbar.

Namensschilder für die Rathaus-Mitarbeiter

Außerdem habe es im Rathaus einige hilfreiche Umstrukturierungen gegeben, fügte Elke Atzler an. „Die Mitarbeiter tragen jetzt unter anderem Namensschilder, damit Bürger den Mitarbeiter, der ihm zur Sprechzeit gegenüber sitzt, ansprechen können.“ Hinzu komme eine kleinere Neustrukturierung der Räume für ein besseres Arbeitsklima.

Umfrage zum Mobilitätsverhalten

Zur Einwohnerversammlung waren unter anderem zwei Vertreter des Stadtseniorenbeirates anwesend. Heidi Hoffmann und Klaus-Dieter Hartmann nutzten den Abend, um sich zu informieren und die Werbetrommel zur rühren für eine Umfrage. Sie erläuterten, dass die Landkreisverwaltung derzeit einen Fragebogen zur Erhebung des Mobilitätsverhaltens verteilt. Interessenten können mit ihren Angaben dazu beitragen, dass neue Beförderungsangebote im Salzlandkreis getestet werden. Unter anderem wird gefragt, wer wann mit dem Bus wohin fährt. Nähere Informationen dazu sind auch bei der Stadtverwaltung in Hecklingen erhältlich.

 

Trotz der geringen Nachfrage soll die Bürgerversammlung auch im nächsten Jahr stattfinden. In Schneidlingen ist ein Termin am kommenden Mittwoch, 17 Uhr, bei der Feuerwehr angesetzt.