Aufgespießt

Als Corona pleite ging

Warum Krisenzeiten nicht immer auch Fahrradzeiten sind.

Von Siegfried Denzel

Corona wird gehen - bleibt das Fahrrad?“ Die Badischen Neuesten Nachrichten haben sich Gedanken über den Fahrradboom in Zeiten von Corona gemacht und sogar das Institut für Demoskopie in Allensbach befragt: Demnach nutzt inzwischen fast jeder vierte Deutsche täglich einen Drahtesel. Die einfache Erklärung, auf die wahrscheinlich auch Nicht-Demoskopen gekommen wären: Weil in Zeiten von Homeoffice und Kurzarbeit der „Mobilitätsradius“ kleiner geworden ist, ist Corona-Zeit eben auch Fahrrad-Zeit.
Wenn das Adolf Schmidt noch hätte erleben dürfen: Vor genau 130 Jahren hat Schmidt in Brandenburg an der Havel die Corona-Zeit ausgerufen. Seine „Corona-Fahrräder“ rollten bald auch durch Anhalt, Magdeburg oder die Altmark - 40 Jahre produzierte er Fahrräder „vorzüglichster Ausführung“. Dann brach über sein Lebenswerk die Weltwirtschafts- und damit Corona-Krise herein: Corona ging pleite...
Es ist vielleicht tröstlich in diesen Tagen: Das meiste mit „Corona“ im Namen ist Vergangenheit. Corona-Fahrräder aus Brandenburg, Corona-Autos aus Großbritannien und den USA. Oder Corona-Zigarren aus München. Dass aber ein noch immer erscheinendes Magazin ebenfalls „Corona“ heißt und sich der Zukunft widmet, beunruhigt doch etwas...