Besetzung der Digitalisierungsprofessuren kommt voran

Digitalisierungsexperten sind rar - und viele Hochschulen und Unternehmen wollen sie haben. 50 Digitalisierungsprofessuren sollen in Niedersachsen eingerichtet werden, das Geld steht bereit. Kommen die Fachleute?

Von dpa
Björn Thümler (CDU) spricht.
Björn Thümler (CDU) spricht. Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

Hannover - Die Berufungsverfahren für die neuen Digitalisierungsprofessuren an Niedersachsens Hochschulen kommen voran. Für 50 Digitalisierungsprofessuren im Land steht Geld bereit - 15 Professorinnen und Professoren seien bislang berufen worden, teilte das niedersächsische Wissenschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Neun Verfahren stünden unmittelbar vor der Ruferteilung, bei weiteren 25 Verfahren sei der Bearbeitungsstand unterschiedlich - teils seien die Professuren ein zweites Mal ausgeschrieben worden. Ein Verfahren stehe unmittelbar vor der Ausschreibung.

2018 hatte sich Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hoffnungsvoll geäußert, dass es 2019 die ersten Digitalprofessuren in Niedersachsen geben könnte. Das Land stellt 42 Millionen Euro für die Professuren bereit, das Geld soll in jährlichen, unterschiedlichen Raten fließen. Der CDU-Politiker sagte nun: „Ich freue mich, dass jetzt immer mehr Rufe erteilt werden. Die Nachfrage in Wirtschaft und Verwaltung nach Fach- und Führungskräften mit informationstechnischen und informationswissenschaftlichen Fachkompetenzen nimmt zu. Dafür brauchen wir ein entsprechendes Studienangebot.“

Thümler betonte, die Digitalisierungsprofessuren sollten in den Hochschulen Impulse setzen, um die Qualität in Studium und Lehre voranzubringen: „So stellen wir Niedersachsen zukunftsfest auf.“ Mit den neuen Stellen will das Land das Studienangebot ausweiten und junge Menschen besser auf die technischen Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Die neuen Hochschullehrer und -lehrerinnen sollen forschen und unterrichten - in Sparten wie der Künstlichen Intelligenz, der Telemedizin oder des autonomen Fahrens.

Die Verfahren sind komplex, bei der Berufung der Experten konkurrieren die Hochschulen in Niedersachsen mit anderen Hochschulen weltweit. Ein weiteres Hindernis bei der Berufung ist die Corona-Pandemie. Laut Ministerium sind im Rahmen der Auswahlprozesse häufig Probevorlesungen vorgesehen, die angesichts der Krise entfielen.