Bistum will Umgang mit Missbrauch erneut untersuchen

Von dpa
Norbert Trelle (l) und Josef Homeyer bei einer Amtseinführung 2006.
Norbert Trelle (l) und Josef Homeyer bei einer Amtseinführung 2006. Rainer Jensen/dpa

Hildesheim - Das Bistum Hildesheim möchte den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch auch in der jüngeren Vergangenheit erneut unter die Lupe nehmen. Eine externe Studie solle die Praxis im Bistum nach 1982 zur Amtszeit der Bischöfe Josef Homeyer und Norbert Trelle sowie während seiner eigenen bisherigen Amtszeit untersuchen, sagte Bischof Heiner Wilmer der „Braunschweiger Zeitung“.

Im Sommer werden Ergebnisse einer Studie zu Missbrauchsvorwürfen gegen Bischof Heinrich Maria Janssen erwartet, er war von 1957 bis 1982 Bischof von Hildesheim. „Ich will danach sofort weitermachen und die Zeit seit 1982 bis heute extern beleuchten lassen – also auch meine“, sagte Wilmer der Zeitung. Er versprach „konsequente und schonungslose Aufklärung“.

Zwei Studien bereits hatten sich mit Missbrauchsfällen im Bistum befasst. 2018 hatte das Bistum Hildesheim auf der Grundlage seiner Daten für eine bundesweite Studie mitgeteilt, dass es zwischen 1946 und 2014 mindestens 153 Missbrauchsopfer gab. Beschuldigt wurden in dem Zusammenhang 46 zumeist längst gestorbene Priester.

2017 bereits hatte eine andere Studie aus Anlass der Vorwürfe gegen Alt-Bischof Janssen dem Bistum schwerwiegende Versäumnisse im Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen angelastet, die symptomatisch für die katholische Kirche insgesamt gewesen seien. Selbst 2010 nach Bekanntwerden massenhaften Missbrauchs in katholischen Einrichtungen habe das Bistum im Fall eines Serientäters weiter unangemessen reagiert, stellten die Gutachter 2017 fest.