Carlebach-Synagoge mit religiöser Zeremonie eingeweiht

Von dpa
Festakt zur Wiedereröffnung der Carlebach Synagoge.
Festakt zur Wiedereröffnung der Carlebach Synagoge. Christian Charisius/dpa/Pool/dpa

Lübeck - Nach sechs Jahren der Sanierung ist die Carlebach-Synagoge in Lübeck am Donnerstag offiziell wieder eingeweiht worden. Der Rabbiner der Gemeinde, Nathan Grinberg, befestigte kleine Hülsen mit Bibelversen an den Eingängen zum Gotteshaus und sprach Gebete. Damit können die rund 600 Mitglieder der Gemeinde den prächtig restaurierten Gebetssaal und die anderen Räume der Synagoge wieder uneingeschränkt für Gottesdienst und Veranstaltungen nutzen. Dieser Tag sei ein Tag großer Freude für die gesamte Gemeinde, sagte Grinberg vor der Feier.

An dem Festakt nahmen rund 100 geladene Gäste teil. Für die Öffentlichkeit übertrug der Norddeutsche Rundfunk die Wiedereröffnung als Livestream im Internet.

Die Synagoge war von 2014 bis 2020 für rund 8,5 Millionen Euro grundlegend saniert worden. Dabei wurde unter anderem das Herzstück des Gebäudes, der Gebetssaal, nahezu originalgetreu wiederhergestellt. Das im Jahr 1878 nach dem Vorbild der Berliner Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße erbaute jüdische Gotteshaus ist das einzige in Schleswig-Holstein, das die Zeit des Nationalsozialismus überstanden hat und heute wieder als Synagoge genutzt wird. Das Gebäude wurde zwar bei den Novemberpogromen 1938 verwüstet, aber nicht zerstört.