Corona-Pandemie beschert Tourismus weiter starke Einbußen

Von dpa
Abendstimmung nach dem Sonnenuntergang hinter dem Skulpturen im Lustgarten über dem Grienericksee.
Abendstimmung nach dem Sonnenuntergang hinter dem Skulpturen im Lustgarten über dem Grienericksee. Jens Kalaene/dpa/Archivbild

Potsdam - Die Corona-Pandemie hat der Tourismuswirtschaft in Brandenburg auch in diesem Jahr starke Einbußen beschert. Bis Ende Mai sei die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um eine knappe Million auf 1,5 Millionen gesunken, sagte der Marketingleiter der Tourismus Marketing Brandenburg, Mathias Knospe, am Mittwoch. Im Jahr 2019 hatte es in diesem Zeitraum sogar noch gut 4,6 Millionen Übernachtungen in Brandenburg gegeben. Allerdings stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in diesem Zeitraum von 2,6 Tagen im Jahr 2019 auf aktuell 4,4 Tage.

Den größten Einbruch bei den Übernachtungszahlen erlebte im vergangenen Jahr das Dahme Seenland mit einem Minus von 45,3 Prozent gegenüber 2019. Der Fläming, die Landeshauptstadt Potsdam und das Ruppiner Seenland verzeichneten ein Minus von etwa einem Drittel.

Dennoch gebe es Anlass zur Hoffnung für die Branche, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) während der traditionellen Sommertourismusfahrt. Denn die Corona-Pandemie führe zu einer stärkeren Nachfrage im Inlandstourismus. „Das wird in den kommenden Jahren so bleiben“, sagte Woidke. Individual-Tourismus liege im Trend, und Brandenburg biete dafür gute Angebote. „Dazu gehört der Wassertourismus im wasserreichsten Bundesland Brandenburg.“

Nach Angaben der Staatskanzlei haben etwa zwei Drittel der touristischen Investitionen in Brandenburg einen Bezug zum Wasser. In den vergangenen zehn Jahren seien allein vom Wirtschaftsministerium 80 Millionen Euro in diesen Bereich investiert worden, berichtete der zuständige Referatsleiter Martin Linsen. Hinzu seien weitere Fördermittel etwa vom Umweltministerium geflossen. „Mit gezielter Infrastrukturentwicklung ist ein großes Charterbootrevier entstanden, das erfolgreich mit internationalen Revieren konkurriert“, erklärte Woidke.