Digitaler Impfpass kommt frühestens kommende Woche

Der gelbe Impfpass hat weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit. Als Beleg für eine Corona-Schutzimpfung kommt nun jedoch ein digitaler Nachweis hinzu. Voraussichtlich kommende Woche soll es losgehen. Der Sozialverband warnt derweil vor einem digitalen Abhängen der Alten.

Von dpa
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt zur Sitzung der CDU-Spitzengremien an der Parteizentrale an.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt zur Sitzung der CDU-Spitzengremien an der Parteizentrale an. Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Hamburg - Hamburg führt den digitalen Impfpass zum Beleg einer Corona-Schutzimpfung frühestens kommende Woche ein. „Die technische Infrastruktur besteht derzeit noch nicht, weshalb in Hamburg derzeit noch keine digitalen Zertifikate ausgestellt werden können“, teilte die Sozialbehörde am Donnerstag mit. Am selben Tag wollte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Einzelheiten zum neuen digitalen Impfpass vorstellen. Dabei soll die Anwendung namens „CovPass“ als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. Das Projekt ist ein Vorhaben der Europäischen Union, auf das sich die EU-Länder und das EU-Parlament geeinigt haben.

Nach Angaben der Sozialbehörde führen künftig unabhängig vom weiter gültigen gelben Impfpass und Ersatzbescheinigungen mehrere Wege zum Beleg einer Corona-Schutzimpfung. Wer im Impfzentrum in den Messehallen der Stadt geimpft werde, müsse sich um nichts kümmern. Dort sei eine technische Lösung in Vorbereitung. Wer seine Schutzimpfung in einer Arztpraxis erhalten habe oder erhalte, könne entweder in der Praxis selbst um ein Zertifikat bitten oder sich wohl ab Mitte kommender Woche in einer Apotheke die Impfung digital bestätigen lassen. „Dieser Weg steht auch Personen offen, die eine Schutzimpfung durch ein mobiles Impfteam, beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung, oder an einem anderen Impf-Ort (Krankenhaus, Betriebsarzt) erhalten haben“, betonte die Behörde.

Wer vollständig geimpft ist, unterliegt beispielsweise nicht mehr den Kontaktbeschränkungen und muss auch bei Veranstaltungen oder bestimmten Dienstleistungen keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen. Aber auch für Genesene oder frisch Getestete sei der digitale Impfpass von Vorteil, da auch dies in der App vermerkt werden könne. Die Sozialbehörde wies darauf hin, dass sowohl bei der CovPass-App als auch bei der Corona-Warn-App nur der Impfstatus, der Name und das Geburtsdatum angezeigt würden.

Der Hamburger Landesverband des Sozialverbands Deutschland (SoVD) warnte davor, Seniorinnen und Senioren durch den digitalen Impfpass abzuhängen. „Fast die Hälfte aller Senioren und Menschen mit kleinen Einkommen sind weiter auf Papier angewiesen“, sagte Verbandschef Klaus Wicher. Nur jede und jeder zweite über 65 Jahre habe überhaupt ein Smartphone und könne mit QR-Codes etwas anfangen. Wicher erinnerte daran, dass Rot-Grün schon 2019 den Senat aufgefordert habe, im Rahmenvertrag zur vollstationären pflegerischen Versorgung ein Digitalangebot zu berücksichtigen. „Leider ist bisher noch nicht viel passiert.“