Wahlen

Doppelwahl in Mecklenburg-Vorpommern: Wahlhelfer bereit

Wie in Berlin wird am 26. September auch in Mecklenburg-Vorpommern neben dem Bundestag noch das Landesparlament neu gewählt. Eine Menge Arbeit für die Wahlhelfer, die dann besonders viele Wahlzettel auszählen müssen. Doch der Aufgabe wollen sich viele stellen.

Von dpa
Wahlhelfer sortieren Wahlbriefe.
Wahlhelfer sortieren Wahlbriefe. Rolf Vennenbernd/dpa

Schwerin - Zwei Wochen vor den Wahlen zu Bundestag und Landtag haben die großen Städte in Mecklenburg-Vorpommern die benötigten Wahlhelfer weitgehend zusammen. Und auch den Kreisen liegen aus Gemeinden und Ämtern keine größeren Klagen über mangelnde Bereitschaft zur Absicherung der Wahl vor, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Uns haben keine Hilferufe erreicht. Die Gewinnung von Wahlhelfern hat offensichtlich gut geklappt“, sagte Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag und bestätigte damit die Einschätzung aus den Landkreisen.

„Trotz der Corona-Pandemie ist die Bereitschaft, ein Wahlehrenamt bekleiden zu wollen, in diesem Jahr vergleichsweise höher als die Jahre zuvor“, hieß es dazu aus der Schweriner Wahlbehörde. Etwas andere Erfahrungen machte man den Angaben zufolge im Kreis Vorpommern-Greifswald, wo die Angst vor Corona-Infektionen in einigen Orten die Bereitschaft habe sinken lassen. Solche Ausfälle hätten inzwischen aber kompensiert werden können, teilte die Kreisverwaltung mit.

Landesweit werden nach Angaben der Landeswahlleiterin zum Wahltag am 26. September rund 18.000 Helfer benötigt, um die zeitgleich stattfindenden Wahlen zu Bundestag und Landtag ordnungsgemäß ablaufen zu lassen. Sechs bis neun Helfer sind für jedes Wahllokal vorgesehen. Der Bedarf ist wegen der Doppelwahl und eines veränderten Wahlverhaltens höher als in früheren Jahren.

In Erwartung einer sprunghaft steigenden Zahl von Briefwählern wurden zusätzliche Briefwahlbezirke eingerichtet, in denen ausschließlich Briefwahl ausgezählt wird. Allein für die Bundestagswahl sind es 355, die zu den 1649 herkömmlichen Wahllokalen hinzukommen. Somit dürfte auch der Andrang dort geringer ausfallen als sonst und die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln gewährleistet sein.

Die Gewinnung von ehrenamtlichen Wahlhelfern sei erfolgreich gewesen, weitere Freiwillige, die bei Bedarf kurzfristig als Ersatz einspringen, würden aber weiter gesucht, teilte ein Sprecher in Stralsund mit. Wie dort stellen auch in anderen Städten Privatpersonen und Mitarbeiter aus Verwaltung und Behörden jeweils etwa die Hälfte der Wahlhelfer.

Gemäß Wahlrecht erhalten Wahlvorstände eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 35 Euro, alle anderen Wahlhelfer von 25 Euro. Doch gehen der Umfrage zufolge inzwischen einige Städte deutlich über dieses Limit hinaus und setzen damit zusätzliche Anreize. So werden in Neubrandenburg für Vorstände bis zu 95 Euro, in Rostock gar 100 Euro gewährt, für reguläre Wahlhelfer entsprechend weniger. In der Hansestadt sei die Bereitschaft zur Mitwirkung aber insgesamt hoch, sagte eine Sprecherin. Rund 1900 Wahlhelfer seien in Rostock bereits berufen und zusätzlich eine Reserve aufgebaut worden.

Die Stadt Greifswald warb schon frühzeitig um Wahlhelfer und lockte dabei nach Angaben einer Sprecherin - gemäß Impfverordnung - auch mit erhöhter Priorität bei den Corona-Schutzimpfungen. Mit 61 Prozent ist dort der Anteil der Privatpersonen unter den etwa 520 benötigten Helfern überdurchschnittlich hoch.