Erfolgsfaktor Sander Sagosen: Der Mann für die großen Spiele

Sander Sagosen ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel des THW Kiel. Im Sommer 2020 wechselte er von Paris an die Förde. Bei der Pokal-Endrunde könnte er seinen dritten Titel mit dem THW gewinnen.

Von Oliver Jensen, dpa 02.06.2021, 11:22
Kiels Sander Sagosen jubelt nach einem Tor.
Kiels Sander Sagosen jubelt nach einem Tor. Frank Molter/dpa/Archivbild

Hamburg - Den Supercup und die Champions League hat Sander Sagosen mit dem THW Kiel bereits gewonnen. Jetzt hat der Norweger die Gelegenheit, bei der DHB-Pokal-Endrunde in Hamburg die nächste Handball-Trophäe abzuräumen. Im Halbfinale am Donnerstag (17.00 Uhr/zdfsport.de und Sky) trifft Kiel auf den TBV Lemgo, in einem möglichen Finale am Freitag (17.30 Uhr/ARD und Sky) auf MT Melsungen oder die TSV Hannover-Burgdorf.

Viktor Szilagyi weiß, dass Sagosen gerade in solchen Partien die entscheidenden Impulse setzen kann. „Er ist ein Spieler, der große Spiele in die richtige Richtung lenken kann“, sagt der Geschäftsführer des THW Kiel. „Sander ist ein Typ, der in jedem Spiel das Maximale herausholen will. So war er bereits früher. Daher passt er auch hervorragend zu unserer Mannschaft.“

Der 25 Jahre alte Spielmacher wechselte im Sommer des vergangenen Jahres von Paris Saint-Germain zum deutschen Rekordmeister. „Für mich ist der THW Kiel der größte Verein der Handball-Welt. Daher wollte ich unbedingt für diesen Verein spielen. Mir gefällt die Stadt, ich liebe diese Fans“, sagt er und fügt hinzu: „Ich spüre, dass Handball das Wichtigste in Kiel ist. Dieses Gefühl hat man in Paris nicht.“

Sagosen ist Spielmacher und Torjäger zugleich. 130 Tore hat er in der laufenden Bundesliga-Saison aus dem Spiel heraus erzielt, zudem 118 Treffer vorbereitet. Beides sind die besten Werte seiner Mannschaft. Nur Nicals Ekberg ist bei der Toranzahl besser (197), weil er allein 95 Treffer von Siebenmeterpunkt erzielt hat. Harald Reinkind, der sowohl beim THW wie auch in der norwegischen Nationalmannschaft an der Seite Sagosens spielt, sagt: „In meinen Augen ist Sander momentan der beste Spieler der Welt. Er macht viele Tore selber, hat aber auch ein gutes Auge für die Mitspieler.“

Sagosen hat festgestellt, dass der deutsche Handball besonders herausfordernd ist. „Die Bundesliga ist stärker“, sagt er. „In Frankreich ist man gegen die Top-3-Mannschaften zwar sehr gefordert. In den übrigen Begegnungen hingegen wussten wir, dass wir gewinnen werden. In der Bundesliga ist jedes Spiel schwer.“ Genau das habe ihn allerdings auch gereizt: „Dadurch werde ich ein besserer Spieler.“

Menschlich sieht er sich in Kiel „voll angekommen“. Sagosen spricht nahezu fließend Deutsch. Sein privates Glück hat er mit seiner Freundin Hanna Bredal Oftedal gefunden, die ebenfalls für die norwegische Nationalmannschaft gespielt hat, ihre Karriere im November 2019 allerdings verletzungsbedingt beenden musste.

„Das hat gezeigt, wie schnell es vorbei sein kann“, sagt Sagosen. „Aber es macht keinen Sinn, ständig über dieses Risiko nachzudenken. Ich liebe es, jeden Tag Handball zu spielen.“ Ganz besonders, wenn es einen Titel zu gewinnen gibt.