Forscher: Greifswalder Kernfusionsreaktor bewährt sich

Von dpa

Greifswald - Greifswalder Forscher sind nach eigenen Angaben der Nutzung von Kernfusion zur Energieerzeugung ein Stückchen näher gekommen. Es sei gelungen durch die optimierte Bauform des Reaktors Wendelstein 7-X in Greifswald Energieverluste im Vergleich zu früheren vergleichbaren Reaktoren zu senken, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) am Mittwoch mit. Entsprechende Forschungsergebnisse seien in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht worden.

Der Reaktor in Greifswald ist weltweit der größte seines Typs. Er soll zeigen, dass auch die hier verwendete Bauform als Kraftwerk dienen kann und nicht nur eine andere Form, wie sie etwa beim internationalen Großprojekt in Südfrankreich, dem Kernfusionsreaktor Iter, genutzt wird. Reaktoren des in Greifswald genutzten Typs hätten traditionell Probleme mit bestimmten Energieverlusten gehabt. Diese seien jetzt nachgewiesenermaßen reduziert worden. Der Vorteil dieser Bauart liegt laut IPP darin, dass solche Reaktoren auch dauerhaft betrieben werden könnten, was beim Konkurrenz-Typ nicht ohne weiteres der Fall sei.

Ziel der Fusionsforschung sei es, ein klima- und umweltfreundliches Kraftwerk zu entwickeln. Ähnlich wie die Sonne solle es aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnen. Weil das Fusionsfeuer erst bei Temperaturen über 100 Millionen Grad zünde, dürfe der Brennstoff - ein dünnes Wasserstoffplasma - nicht in Kontakt mit kalten Gefäßwänden kommen. Von Magnetfeldern gehalten, schwebe er nahezu berührungsfrei im Inneren einer Vakuumkammer.