Forscher überwachen Sonnenstürme aus neuem Institut

Von dpa
Anke Kaysser-Pyzalla lächelt bei einem Fototermin.
Anke Kaysser-Pyzalla lächelt bei einem Fototermin. Anne Hage/TU Braunschweig/dpa/Archivbild

Neustrelitz - Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Rostock sorgen seit Mittwoch von Neustrelitz aus für sicherere Prognosen zum Weltraumwetter. Wie das DLR mitteilte, wurde an der Mecklenburgischen Seenplatte ein neues Institut für Solar-Terrestrische Physik in Betrieb genommen. Ziel sei es, die Strahlungs- und Plasma-Ausbrüche der Sonne, die Sonnenstürme genannt werden, und ihre Auswirkungen auf den Weltraum sowie die Erde besser zu verstehen.

„Unsere hochtechnisierte Gesellschaft hat ein hohes Schutzbedürfnis“, erklärte die DLR-Vorstandsvorsitzende Anke Kaysser-Pyzalla. Deshalb müsse Vorsorge getroffen werden. Das neue Institut, zu dem bald 80 Mitarbeiter gehören sollen, soll beim Aufbau eines nationalen Weltraumwetter-Dienstes helfen. Je nach Intensität der Sonnenstürme können diese den Schutzschild der Erde durchbrechen und zu Störungen in der Stromversorgung oder im Funkverkehr führen.

Nach Angaben der Schweriner Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) wird MV als Wissenschaftsstandort mit dem neuen Institut für Solar-Terrestrische Physik „enorm aufgewertet“. Das Land habe die Einrichtung mit rund zehn Millionen Euro unterstützt und gebe pro Jahr rund 670.000 Euro für Betriebskosten. Das DLR betreibt seit 1992 den Standort Neustrelitz, wo Satellitendaten empfangen und verarbeitet sowie maritimer Verkehr und dessen Sicherheit sowie das Weltraumwetter überwacht werden.