Forschung

Für klimafreundlichere Industrie: Neuer Lehrstuhl an der BTU

Um die Industrie in den kommenden Jahren mehr und mehr auf eine klimaneutrale Produktion umzustellen, muss geforscht werden. Die Universität BTU in Cottbus will in diesem Bereich führend werden. Der Bund unterstützt das.

Von dpa 09.09.2021, 14:32 • Aktualisiert: 10.09.2021, 22:17
Blick über den Campus an der BTU - Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.
Blick über den Campus an der BTU - Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Cottbus - Wie die Industrie klimafreundlicher werden kann, wird künftig an einem neuen Lehrstuhl in Cottbus erforscht. Die Brandenburgische-Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) erhält einen neuen Lehrstuhl zur Erforschung der „Dekarbonisierung und Transformation in der Industrie“, wie die BTU am Donnerstag mitteilte. Das Bundesumweltministerium fördert die Einrichtung mit rund 1,6 Millionen Euro. Am neuen Lehrstuhl soll im kommenden Jahr die Arbeit aufgenommen werden.

Mögliche Forschungsfelder sind demnach die Wirtschaftlichkeit von Innovationen und Leitmärkte für CO2-neutrale Produkte, Unternehmensstrategien sowie neue Ansätze der Transformationsforschung in der Industrie. Der neu eingerichtete Lehrstuhl soll zudem die Dekarbonisierung der Industrie konzeptionell unterstützen und Akteure in Unternehmen und der Politik wissenschaftlich begleiten. Er wird an der Fakultät Wirtschaft, Recht und Gesellschaft angesiedelt.

Dirk Meyer, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, unterstrich bei der Übergabe des Förderbescheids in Cottbus die Bedeutung der Industrie für die Erreichung des Ziels der Treibhausgasneutralität bis 2045. „Wenn hier bei uns neue Technologien für die CO2-neutrale Herstellung von Grundstoffen wie Stahl, Zement oder Basischemikalien entwickelt werden und schnell in den Unternehmen in Deutschland Anwendung finden, können wir Technologieführer werden“.

BTU-Präsidentin Gesine Grande sieht die Förderung als große Chance für die Hochschule, ihr Profil in der transformativen Forschung zu schärfen und interdisziplinäre wissenschaftliche Vorhaben zur Dekarbonisierung voranzubringen. Der Anspruch sei, eine nationale und internationale Spitzenstellung am Standort aufzubauen, sagte Forschungs-Vizepräsident Michael Hübner. „Wir bündeln hier die bundesweite Kompetenz zu diesem wichtigen Thema, das unsere Industrie nachhaltig zu mehr Klimafreundlichkeit und im besten Fall zu Klimaneutralität verändern wird.“

Partner der Universität bei der Forschungsarbeit sind unter anderem das Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG, und das DLR Institut für CO2-arme Industrieprozesse.