GDL-Streik sorgt für Einschränkungen im Regionalverkehr

Von dpa 02.09.2021, 05:44
Der Hinweis „Bitte Ansage beachten“ steht am Hamburger Hauptbahnhof auf zwei Anzeigentafeln am Bahnsteig.
Der Hinweis „Bitte Ansage beachten“ steht am Hamburger Hauptbahnhof auf zwei Anzeigentafeln am Bahnsteig. Georg Wendt/dpa

Hamburg/Kiel - Wegen des erneuten bundesweiten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kommt es im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein und Hamburg seit Donnerstagmorgen zu massiven Einschränkungen. Der Arbeitskampf sei wie geplant um 2.00 Uhr angelaufen, teilte die Streikleitung der Gewerkschaft mit.

Reisende der Deutschen Bahn müssen sich im Norden demnach auf zahlreiche Zugausfälle und -verspätungen einstellen. Ein Ersatzfahrplan soll den Verkehr auf bestimmten Strecken absichern. „Wir hoffen, dass es genauso abläuft, wie bei den letzten beiden Streiks und wir ein verlässliches Mindestfahrplanangebot aufrechterhalten können“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am frühen Donnerstagmorgen.

So müssen sich Fahrgäste der Hamburger S-Bahn darauf einstellen, dass die Linien S31, S2 und S11 während des Streiks nicht fahren. Beim Betrieb der Linien S1, S21 und S3 werde versucht, einen 20-Minuten-Takt aufrecht zu erhalten.

Einige Regionalbahnen in Schleswig-Holstein fallen aus. Für die betroffenen Strecken soll ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Der Sylt-Shuttle ist laut der Deutschen Bahn wieder nicht von Streikmaßnahmen betroffen, hier wird der Regelfahrplan gefahren. Zwischen Westerland (Sylt) und Niebüll wird überwiegend ein Zweistundentakt mit einer Verdichtung zu den Hauptverkehrszeiten angeboten.

Im Güterverkehr hatte der Arbeitskampf der GDL bereits am Mittwochnachmittag begonnen. Kurz vor dem geplanten neuen Streik im Personenverkehr hatte sich die Deutsche Bahn mit einem neuen Angebot an die Lokführergewerkschaft gewandt - ohne Erfolg. Bis voraussichtlich Dienstagmorgen müssen sich Bahnkunden damit vorerst weiter auf starke Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr einstellen. Die Bahn hat angekündigt, rund jeden vierten Fernverkehrszug fahren zu lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr soll rund 40 Prozent des sonst üblichen Angebots Bestand haben.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Die GDL kündigte mehrere Streik-Kundgebungen für Donnerstag, Freitag und Montag an. Gewerkschaftschef Claus Weselsky plant demnach Auftritte in Leipzig, Nürnberg, Magdeburg und Berlin. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Demnach sind Züge des Metronoms nicht betroffen.