Tiere

Gefährdete Giraffen: Zoo engagiert sich für Artenschutz

Giraffen beeindrucken mit ihrer Schönheit und Eleganz. Der Zoo Hannover will in seinem geplanten Giraffenhaus auch über Schutzprojekte in der Heimat der majestätischen Tiere informieren.

Von dpa 10.09.2021, 12:08 • Aktualisiert: 12.09.2021, 07:41
Eine Giraffe steht in einem Tierpark.
Eine Giraffe steht in einem Tierpark. Philipp Brandstädter/dpa

Hannover - In ihrer Heimat Afrika sind Giraffen zunehmend bedroht, weil ihr Lebensraum zerstört und durch Zäune zerschnitten wird. „Wir hatten viele tragische Todesfälle, bei denen sich Tiere in Stacheldraht verhedert haben“, sagte Johannes Kirchgatter, Afrika-Referent von WWF Deutschland, am Freitag. Die Organisation hat gemeinsam mit dem Zoo Hannover das „Team Giraffe Hannover“ zum Schutz der majestätischen Tiere mit den langen Hälsen gegründet.

Gesucht werden nun Tierfreunde, die bereit sind, das „Team Giraffe“ mit einer monatlichen Spende zu unterstützen. Wer an bedrohte Arten denkt, dem fallen eher der Große Panda, Tiger oder das Nashorn ein. Doch die Bestände der Giraffen sind seit Mitte der 80er Jahre um rund 40 Prozent zurückgegangen. In Afrika wurden 2015 nur noch rund 97.000 Giraffen gezählt, dagegen waren es etwa 350.000 Elefanten.

Im Zoo Hannover soll ein neues, größeres Giraffenhaus mit Bildungsstationen entstehen. Dort wird dann auch über das Projekt in Kenia informiert, wo der WWF und Einheimische gemeinsam Pläne für eine Landnutzung zum Wohl von Mensch und Tier entwickeln. „Es geht unter anderem um den Bau von Lodges und nachhaltigen Tourismus“, sagte Kirchgatter.

In der Corona-Krise habe die illegale Wilderei zugenommen, weil viele Menschen arbeitslos wurden. Giraffen sind insbesondere in Krisenregionen auch ein Fleischlieferant. Vor zwei Jahren wurde zu ihrem Schutz der internationale Handel mit Jagdtrophäen wie Giraffenschwänzen erschwert.

Der Zoo Hannover plant darüber hinaus, im Rahmen des Europäischen Erhaltungsprogramms wieder in die Giraffen-Zucht einzusteigen. Das neue Giraffenhaus soll laut Zoo-Chef Andreas M. Casdorff den Tieren auch in kühleren Monaten mehr Bewegungsfreiheit bieten.