Glocke für Jerusalem: Friedenstreck beendet

Von dpa

Altenburg/Wendlingshausen - Der vor drei Wochen im thüringischen Altenburg gestartete Pferdetreck von Friedensaktivisten hat sein Ziel in Nordrhein-Westfalen erreicht. Am Freitag trafen die Pferdekutschen nach 550 Kilometern Fahrt durch Thüringen, Hessen, Niedersachsen und NRW im ostwestfälischen Ort Wendlingshausen ein, wie der Verein „Friedensglocken e.V.“ am Abend mitteilte. Hinter dem Tross lagen nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Hartmut Kautz, der evangelischer Pfarrer im Brandenburgischen ist, 550 Kilometer Strecke.

Die Idee hinter dem Tross: Die Friedensaktivisten wollen 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ebenfalls per Pferdetreck eine aus verschrotteter Kriegsmunition gegossene Glocke nach Jerusalem in Israel bringen. Dafür warben sie auf ihrem Weg durch die vier Bundesländer. Die Teilnehmer sammelten auch Spenden und verteilten Spendenformulare für ihr ambitioniertes Vorhaben, sagte Kautz. Benötigt würden etwa 1,7 Millionen Euro - was nach seinen Angaben etwa der Hälfte der Kosten eines Leopard-Panzers entspricht.

Die Teilnehmer übergaben in den 18 Etappenorten kleine, 20 Zentimeter hohe Glocken unter anderem an Bürgermeister oder Vereine, die ihnen Quartier zur Verfügung gestellt hatten. Im nächsten Jahr ist ein weiterer Friedenstreck von Nordrhein-Westfalen in die Niederlande geplant.

Die eigentliche Friedensglocke für Jerusalem ist Kautz zufolge schon im vergangenen Jahr gegossen worden. Dafür seien auch verschrottete Patronen- und Granatenhülsen mit eingeschmolzen worden - getreu dem Bibelwort „Schwerter zu Pflugscharen“. Dieses ist seit vielen Jahren ein Motto von Teilen der Friedensbewegung.