Gothaer Stiftung und Puschkin-Museum planen Kooperation

Von dpa
Das Schloss Friedenstein in Gotha.
Das Schloss Friedenstein in Gotha. Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Erfurt - Es ist ein echter Meilenstein: Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und das Puschkin-Museum in Moskau streben eine enge Zusammenarbeit an. Vor allem soll es dabei um eine gemeinsame Erschließung der sich im Puschkin-Museum befindlichen Kunstwerke der Gothaer Stiftung gehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die damalige UdSSR abtransportiert wurden. Das teilte die Stiftung in Gotha am Freitag mit. Vor allem Gemälde des bedeutenden Malers Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) spielen dabei eine wichtige Rolle.

Um die Zusammenarbeit in trockene Tücher zu packen, wollen die Direktorin des Puschkin-Museums, Marina Loschak, und der Direktor der Gothaer Stiftung, Tobias Pfeifer-Helke, am Dienstag in Moskau eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Es wäre die erste derartige Zusammenarbeit zwischen einer deutschen und einer russischen Kultureinrichtung, hieß es bei der Stiftung. Die Kooperation sei ein wichtiger Schritt in der Annäherung der beiden Einrichtungen.

Zwar erhielt die Stiftung Schloss Friedenstein 1958 viele der nach Kriegsende abtransportierten Objekte zurück. Einige Werke blieben aber im heutigen Russland. Die Stiftung und das Museum haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet: 2017 waren zum ersten Mal Kunstwerke aus dem Puschkin-Museum im Herzoglichen Museum Gotha zu sehen. Zuvor hatte die Stiftung bereits Gemälde Cranachs nach Moskau ausgeliehen. Dort konnten sie erstmals seit 1945 gemeinsam mit jenen Cranachs hängen, die nach Russland verbracht worden waren.

„Wir möchten gerne an die vergangenen Kooperationen unserer Museen anknüpfen, bei denen wir bereits eine sehr fruchtbare Beziehung auf kollegialer Ebene aufbauen konnten“, sagte Stiftungsdirektor Pfeifer-Helke. „Mit Gotha sind wir verwandt“, ergänzte Loschak laut Mitteilung.

Bei der angestrebten Zusammenarbeit gehe es darum, die Werke zu konservieren, zu digitalisieren und sie somit für Interessierte überall zugänglich zu machen. Auch die Provenienz - also die Herkunftsgeschichte - soll untersucht werden.

Die Gothaer Stiftung hegt auch weitere Hoffnung: So planen Direktor Pfeifer-Helke und die Gothaer Provenienzforscherin Anastasia Yurchenko mit St. Petersburg - auch in der dortigen Eremitage befinden sich demnach noch Objekte aus Gotha.