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Groß und haarig: Nosferatu Spinne breitet sich in Deutschland weiter aus

Sie ist groß, haarig und hat acht kräftige Beine: die Nosferatu Spinne. Das Getier wanderte über Transportwege nach Deutschland ein und macht es sich nun immer weiter gemütlich.

Aktualisiert: 21.09.2022, 11:27
Die Nosferatu Spinne fängt ihre Beute nicht wie üblich mit Netzen. Sie springt die potenzielle Nahrung an.
Die Nosferatu Spinne fängt ihre Beute nicht wie üblich mit Netzen. Sie springt die potenzielle Nahrung an. Foto: IMAGO/ Panthermedia

Magdeburg/DUR/lb - Im Jahr 2005 wurde die Nosferatu Spinne (Zoropsis spinimana) erstmals in Deutschland entdeckt, im vergangenen Jahr dann erstmalig in Sachsen. Das Leipziger Naturkundemuseum bestätigte den Fund. Nun soll sich die Giftspinne in Deutschland weiter ausbreiten.

Nach Angaben von Naturschützern hat die Spinne nun auch Niedersachsen erreicht. Es gebe Meldungen aus Hannover, Göttingen und Osnabrück, aber auch in Oldenburg und Ostfriesland sei die Spinne mehrfach gesichtet worden, teilte der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen mit.

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Nosferatu Spinne in Leipzig gesichtet

Die Spinne wurde damals in einem Keller in Leipzig gesichtet und eingefangen. Der Arachnologe Robert Klesser untersuchte das Tier dann im Leipziger Naturkundemuseum. "Normalerweise kommt so eine Spinne selten allein. Wenn sie sich etabliert hat, dann pflanzt sie sich fort und wenn sie einen guten Keller gefunden hat, dann kann es schon sein, dass sie eine kleine Population aufbaut", erklärte Klesser dem MDR. Es sei zu diesem Zeitpunkt schon wahrscheinlich gewesen, dass sich das Tier weiter ausbreitet.

Diese These bestätigt sich aktuell. Seit Wochen haben zahlreiche Sichtungen der Nosferatu Spinne die Naturschutz-Organisation Nabu erreicht, obwohl die exotische Spinnenart ursprünglich im Mittelmeerraum und in Nordafrika beheimatet ist. 

Christian Henkes vom NABU Rheinhessen-Nahe erklärte gegenüber Bild: "2005 haben wir das erste Mal eine Meldung aus Mainz erhalten und die Spinne damit nachgewiesen." Seitdem seien 30 bis 40 Meldungen aus rheinhessischen Orten eingegangen. "Auch dieses Jahr erhalten wir wieder viele Meldungen."

In Sachsen-Anhalt gab es bislang erst eine Sichtung der Nosferatu Spinne. Sie wurde 2018 im Stadtgebiet von Halle beobachtet, teilt das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt mit. 

Die exotische Spinnenart ist ursprünglich im Mittelmeerraum und in Nordafrika beheimatet.
Die exotische Spinnenart ist ursprünglich im Mittelmeerraum und in Nordafrika beheimatet.
Foto: IMAGO/ agefotostock

Ist die Nosferatu Spinne gefährlich?

Ganz so gefährlich wie ihr Name vielleicht klingt, sind die kleinen Spinnentiere nicht. Dennoch sind sie mit Vorsicht zu behandeln, da Nosferatu Spinnen ihren Vorderkörper aufrichten und ihre Klauen spreizen, sobald sie sich bedroht fühlen. Werden sie in die Enge getrieben, können sie mit ihren Kieferklauen dann auch zubeißen.

Ob und welche Folgen dieser Biss dann hat, hängt jedoch von der Dicke der Haut ab. Kann die Spinne die oberste Hautschicht mit durchdringen, sind die Folgen mit einem Mückenstich vergleichbar, in schwereren Fällen mit einem Bienenstich. Die Stelle sollte daher gekühlt werden. Erfolgt nach wenigen Tagen keine Linderung, ist ein Arztbesuch ratsam, insbesondere, wenn Allergien bekannt sind.

Darüber hinaus fängt die Nosferatu Spinne ihre Beute nicht wie üblich mit Netzen. Sie springt die potenzielle Nahrung an, beißt zu und injiziert ihr Gift. Doch der NABU gibt für Menschen Entwarnung:"Die Spinne greift den Menschen nicht aktiv an. Sie wird immer versuchen zu fliehen und nur wenn sie gequetscht wird oder in die Enge getrieben wird, wird sie versuchen zu beißen. Wenn sich etwas Großes nähert, wird sie Reißaus nehmen." Wie das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt mitteilt, geht von Zoropsis spinimana keine gesundheitliche Gefahr aus.

Wie groß ist die Nosferatu Spinne?

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von knapp zwei Zentimetern, mit Beinen ungefähr fünf Zentimeter. Größere Exemplare können jedoch auch bis zu acht Zentimeter groß werden. 

Der Vorderkörper (Prosoma) ist rundlich sowie gelblich-weiß mit ausgedehnter schwarzer Zeichnung und weißem Augenfeld. Das Hinterteil hingegen oval.

Besonders an der Spinne ist, dass sie Hafthaare an den Füßen hat. Diese ermöglichen ihr auch an sehr glatten Oberflächen wie beispielsweise Glas entlangzuklettern.

Nosferatu Spinne im Haus: Was tun?

Wichtig bei einer Sichtung ist es, Abstand zu bewahren, da sich die Spinne sonst bedroht fühlen kann und zubeißt. Der NABU empfiehlt "Ruhe bewahren – Panik ist nicht nötig. Einfach genauso vorgehen wie mit unseren bekannten Spinnen – Glas drüber stülpen, Pappe drunter schieben und die Spinne im Garten wieder freilassen."

Ihr Name "Nosferatu" lässt sich übrigens tatsächlich auf ihren Namensvetter aus dem 1922 erschienenen Vampirfilm zurückführen, da die Zeichnung auf dem Rücken des Tiers an dessen Gesicht erinnere.