IHK: „Inzidenz als einziger Gradmesser nicht mehr tragfähig“

Von dpa

Hannover - Die Industrie- und Handelskammer Hannover hat in der Corona-Pandemie angesichts steigender Inzidenzen vor erneuten Einschränkungen für Gastronomie, Einzelhandel und Hotels gewarnt. Obendrein kritisierte sie den daran geknüpften Stufenplan der niedersächsischen Landesregierung. „Die Inzidenz als einziger Gradmesser und Richtschnur für politisches Handeln und Verordnungen ist nicht mehr tragfähig“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt am Dienstag. Die Corona-Verordnung müsse „schnellstmöglich auf eine geeignetere Basis mit Blick auch auf Impfquoten und Hospitalisierung umgestellt werden“.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus anstecken. Der Wert stieg am Dienstag niedersachsenweit auf 11,3 an und lag damit über dem Bundesdurchschnitt von 10,9. Den höchsten Inzidenzwert hatte die Grafschaft Bentheim an der deutsch-niederländischen Grenze mit 29,2. Dahinter folgte die Region Hannover mit einem Wert von 23,0. Der geltende Corona-Stufenplan sieht zum Beispiel bei einer örtlichen Sieben-Tage-Inzidenz von 35 beziehungsweise 50 erneute Einschränkungen für verschiedene Bereiche vor.

„In nahezu allen vom Lockdown lang und hart getroffenen Branchen sehen wir jetzt endlich einen Aufschwung, der im Sommer durch einen mittlerweile überholten Inzidenz-Automatismus wieder abgewürgt werden könnte“, sagt Bielfeldt. Für erneute Einschränkungen fehle vielen Betrieben mittlerweile nicht nur die Kraft, sondern es fehlten auch die finanziellen Reserven.