Improvisation gefragt: Theater spielt gegen Corona an

Von dpa

Rudolstadt - Volles Programm und eine große Baustelle: Trotz Corona-Unsicherheiten will das Theater Rudolstadt die kommende Spielzeit optimistisch angehen. Bis zum Sommer 2022 sind 21 Premieren geplant, wie das Theater bei der Vorstellung seines Spielplans am Dienstag bekanntgab. Unter dem Schiller-Motto „Es ist nicht alles mehr wie sonst - es ist ein Wandel vorgegangen“ will das Ensemble unter Intendant Steffen Mensching die Zeit nach Corona mitsamt der sozialen Veränderungen in den Blick nehmen, Perspektivwechsel wagen und entstandene Konflikte beleuchten.

Anvisierter Startschuss für das neue Programm ist der 18. September. Zunächst sollen 100 Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Vorstellungen zugelassen werden, sagte Theatersprecherin Friederike Lüdde der Deutschen Presse-Agentur. Sie hoffe, dass nicht wie im vergangenen Jahr ein neuerlicher Lockdown die Spielzeit abrupt beendet. Rund 80 Prozent der Einnahmen an den Kassen seien dadurch weggebrochen. Durch Kurzarbeitergeld und weiter fließende Zuschüsse sei das Theater aber durch die Krise gekommen. In diesem Jahr müsse man die Planung zur Not eben anpassen: „Das ständige Improvisieren ist zum Dauermodus geworden.“

Improvisieren muss das Theater auch weiterhin bei seiner Spielstätte, denn das Haupthaus ist nach wie vor eine große Baustelle. Die Renovierungen zum Hochwasserschutz ziehen sich noch bis mindestens 2023, wie Lüdde sagte. Eigentlich sei 2019/20 geplant gewesen, wegen Corona und einem Planer-Wechsel habe es aber Verzögerungen gegeben. Auch die alte Bausubstanz bereite Probleme. Die Kosten seien wegen der hohen Preise für Baustoffe um drei Millionen auf 17 Millionen Euro gestiegen. Auch der Abriss und anschließende Neubau eines Teils des Hauses wird derzeit diskutiert.