Kluge fordert Impfanreize: Unentschlossene überzeugen

Von dpa
Stefan Kluge spricht.
Stefan Kluge spricht. Axel Heimken/dpa/Pool/dpa/Archivbild

Hamburg - Das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Stefan Kluge, hat angesichts steigender Zahlen Impfanreize gefordert. „Wir sehen das jetzt schon: Weltweit sind die Ungeimpften die größte Gruppe auf den Intensivstationen. Die Impfung ist der goldene Ausweg“, sagte Kluge am Montag im Sender NDR Info.

Der Leiter der Intensivmedizin am UKE Hamburg erwartet von den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag neben Impfanreizen auch neue Kriterien zum Abbilden der Infektionslage. Die 7-Tage Inzidenz als Richtwert sollte bestehen bleiben, sagte Kluge auf NDR Info weiter. Aber der Wert müsse hochgesetzt werden. „Wir können nicht mehr bei 50 irgendwelche Maßnahmen ergreifen. Und die Auslastung der Intensivstationen sollte eine Rolle spielen.“ Es würden zwar auch noch andere Kriterien diskutiert. „Aber ich glaube, wir brauchen einfache Parameter, die für die Bevölkerung transparent und nachvollziehbar sind.“

Kluge erklärte weiter, die Lage sei nicht mehr so dramatisch wie Anfang des Jahres, weil viele Risikogruppen mittlerweile geimpft seien. Momentan sei der Anteil von Patienten, die auf Intensivstationen behandelt würden, ziemlich gering. „Noch ist das gut zu managen. In England und Frankreich sind es aber schon vier bis fünfmal so viele.“ Kluge geht davon aus, dass es im Herbst auch in Deutschland deutlich mehr Neuinfektionen geben wird - durch Reiserückkehrer, Schulbetrieb und anderes Wetter. Darauf müsse sich die Politik vorbereiten, zum Beispiel mit Impfanreizen und mehr mobilen Teams. „Wir müssen jetzt die 10 bis 30 Prozent überzeugen, die noch unentschlossen sind.“