Kritische Fragen an Volkswagen bei Online-Hauptversammlung

Von dpa
Ein Mitarbeiter von Volkswagen streicht mit einem Tuch über ein Fahrzeug von VW.
Ein Mitarbeiter von Volkswagen streicht mit einem Tuch über ein Fahrzeug von VW. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Wolfsburg - Die Führung von Volkswagen stellt sich bei der Online-Hauptversammlung heute den Aktionären. Einige Anteilseigner haben kritische Fragen eingereicht - etwa zur „Dieselgate“-Entschädigung von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und weiteren Managern, zum neuen Vergütungssystem für die Vorstände oder zur Klimastrategie des größten europäischen Autoherstellers.

Ein Schwerpunkt des Interesses dürfte auf dem außergerichtlichen Deal über Schadenersatz im Abgasskandal mit ehemaligen Top-Entscheidern liegen. VW hatte im Juni mit Anwälten und Versicherern vereinbart, dass etwa Winterkorn 11,2 Millionen Euro zahlt. So soll ein Teil der Mitverantwortung für die Affäre um gefälschte Abgaswerte abgegolten werden. Die VW-Eigentümer müssen dem mehrheitlich zustimmen. Einige bemängeln den Vergleich jedoch, auch politisch ist er umstritten. So kritisieren ihn die Grünen im niedersächsischen Landtag als Vorfestlegung, ehe die Rolle der Manager juristisch geklärt sei.

Abschließend entschieden werden muss beim digitalen Aktionärstreffen zudem über eine neue Art der Gehaltsberechnung für die Vorstände. Sie sieht den Einschluss von Umwelt- und Sozialzielen vor. Auch hier kündigten manche Eigentümer an, das Konzept nicht mitzutragen, weil es sich beispielsweise nur auf Teile der Gesamtvergütung erstrecke.

Gegenwind dürfte es schließlich beim Thema Klimaschutz geben. VW will bis spätestens 2050 bilanziell CO2-neutral sein, der Konzern schärfte einige Ziele auf dem Weg dorthin nach. Die Umweltorganisation BUND lobt den schrittweisen Ausstieg aus dem Verbrenner, moniert aber, dass die Wolfsburger an diesem gleichzeitig noch Jahre festhalten.