Kunst von der „Drushba“-Trasse in Eisenhüttenstadt

Von dpa 03.06.2021, 05:54
Sabrina Kotzian, Kuratorin der Ausstellung über die einstige Kulturkampagne der DDR zum Bau der Erdgastrasse „Freundschaft“ (russisch Drushba), hockt hinter einer alten Ausstellungskiste.
Sabrina Kotzian, Kuratorin der Ausstellung über die einstige Kulturkampagne der DDR zum Bau der Erdgastrasse „Freundschaft“ (russisch Drushba), hockt hinter einer alten Ausstellungskiste. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Eisenhüttenstadt (dpa/bb) – - Kunstwerke, die während des Baus der sowjetischen Erdgastrasse „Sojus“ in den 1970er und 1980er Jahren entstanden waren, werden ab Sonntag (6.6./14 Uhr) in einer neuen Ausstellung in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gezeigt. Benannt ist die Schau nach dem Trassen-Abschnitt „Drushba“ (deutsch: Freundschaft) in der heutigen Ukraine, für dessen Bau die DDR damals zuständig war. Die Ausstellung ist Teil der Kampagne „Kulturland Brandenburg“, die sich in diesem Jahr der Industriekultur widmet.

Organisiert von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) waren Tausende Arbeiter und Ingenieure über Jahre an der Erdgastrasse im Einsatz. Von der DDR-Führung als „Jahrhundertprojekt“ deklariert, wurde der Trassenbau von einer großangelegten Kulturkampagne begleitet, um die „Trasniks“ genannten Bauarbeiter zu unterhalten und ihr Wirken zu dokumentieren.

Nicht nur Autoren und Musiker besuchten die Trasse, sondern auch bildende Künstler. Viele der damals entstandenen Gemälde, Grafiken, Fotografien und Zeichnungen sind heute Teil des Kunstarchives Beeskow (Oder-Spree). Eine Auswahl dieser Arbeiten wird ab Sonntag in der ersten Selbstbedienungskaufhalle gezeigt, die 1957/58 in der am Reißbrett entstandenen sozialistischen Stadt Eisenhüttenstadt gebaut worden war.