KVN: Praxen sollten ungenutzten Impfstoff zurückgeben dürfen

Von dpa
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff.
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff. Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild

Hannover - Nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) sollten auch Arztpraxen ungenutzten Corona-Impfstoff an den Bund zurückgeben können, damit dieser zum Beispiel an Drittländer gespendet werden kann. Nach dpa-Informationen hatte der Bund den Ländern angeboten, übrige Impfstoffdosen aus ihrem direkten Verantwortungsbereich - etwa den zentralen Lagern - zurückzunehmen. Für Arztpraxen ist diese Rückgabe-Möglichkeit bislang nicht vorgesehen.

Die KVN äußerte darüber Unverständnis: „In vielen Praxen lagert noch Impfstoff von Astrazeneca, der hochwirksam und noch gebrauchsfähig ist, aber aufgrund der Debatte um mögliche Nebenwirkungen von vielen Impfwilligen zurückgewiesen wird“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende Jörg Berling am Freitag. „Der Bund muss einen Weg finden, diesen Impfstoff rasch aus den Praxen in die Verteilzentren zurückzuführen, um ihn dann anderweitig zu verbrauchen.“

Bedenken, dass die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Impfstoffe bei einer Rückgabe aus den Praxen nicht sichergestellt werden könne, wies Berling zurück. „Die Kühlkette ist von der Produktion bis zur Verimpfung in den Praxen lückenlos sichergestellt. Es wäre sicher möglich, den Weitertransport des Impfstoffes unter Einhaltung derselben hohen Standards zu organisieren, die für den Transport in die Praxen gelten.“

Niedersachsen prüft derzeit, ob und wie viele Dosen aus der direkten Verantwortlichkeit des Landes an den Bund zurückgegeben werden können. Hamburg und Berlin beispielsweise wollen vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage jeweils rund 60 000 Impfdosen von Astrazeneca zurückgeben. In Baden-Württemberg sind es nach Angaben des Landes rund 450.000 ungenutzte Dosen Astrazeneca.