Müller: Lehren ziehen aus Attentat gegen Hitler 1944

Von dpa
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, spricht im Abgeordnetenhaus.
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, spricht im Abgeordnetenhaus. Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944 gegen das NS-Regime gewürdigt. Am 77. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler verwies der SPD-Politiker am Dienstag darauf, dass der Aufstand von Wehrmachtsoffizieren zwar seinerzeit gescheitert sei. „Dennoch ist der Versuch von Attentat und Aufstand ein Vorgang von allergrößtem moralischen Gewicht und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zu Freiheit und Selbstachtung.“

Müller verwies darauf, dass erst die von den Alliierten herbeigeführte militärische Niederlage zur Zerschlagung des NS- Regimes geführt habe. „Aus eigener Kraft ist dies den Deutschen nicht gelungen.“ Nach seiner Einschätzung kann Deutschland daraus auch heute noch Lehren ziehen. „Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit sind notwendig, um unser aller Freiheit und die Demokratie zu sichern“, so Müller. Autoritäre, freiheitsfeindliche Tendenzen, Rassismus und Antisemitismus seien eine existenzielle Gefahr für unser Gemeinwesen.

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis rund 90 weitere Beteiligte und Unterstützer hin.

In Erinnerung an den Attentatsversuch war an der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung geplant. Am Nachmittag sollten Bundeswehr-Rekrutinnen und -Rekruten auf dem Paradeplatz am Bendlerblock, dem Berliner Dienstsitz des Verteidigungsministeriums, ihr feierliches Gelöbnis ablegen.