Neue Opferbeauftragte besucht Gedenkstätte Hohenschönhausen

Von dpa 08.07.2021, 13:26
Die Opferbeauftragte Evelyn Zupke besucht die Gedenkstätte Hohenschönhausen.
Die Opferbeauftragte Evelyn Zupke besucht die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Wolfgang Kumm/dpa

Berlin - Die neue Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, hat die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besucht. Auf dem Areal war früher das zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit untergebracht. „Man spürt, was Menschen hier erleben mussten“, sagte Zupke am Donnerstag. Ihr gehe das immer nahe.

Die frühere DDR-Oppositionelle war im Juni ins Amt gewählt worden. Sie soll sich nach Auflösung der Stasi-Unterlagen-Behörde um die Belange der Opfer kümmern. Sie war selbst an der Aufdeckung des Wahlbetrugs bei den DDR-Kommunalwahlen im Mai 1989 beteiligt gewesen.

An mehreren Stellen sieht sie heute Nachbesserungsbedarf bei Hilfsangeboten. Es brauche dringend eine gesamtdeutsche Perspektive, sagte Zupke. Millionen Menschen seien damals in den Westen gegangen. „Viele von denen waren auch betroffen von den Maßnahmen der Staatssicherheit, von der Willkür des Regimes.“ Es gebe aber beispielsweise keine Beratungsstellen im Westen.

Es gebe auch viele gute Gesetze, bei denen es in der Umsetzung hapere. So würden Menschen mitunter zu Gutachtern oder Ärzten geschickt, die unsensibel seien oder sich nicht auskennen mit der Thematik. Menschen kapitulierten, weil es bürokratisch sei oder sie erneut traumatisiert würden. Da müsse dringend etwas verbessert werden. Dazu gehöre eine kontinuierliche Forschung.