Nord-Wirtschaft kritisiert GDL-Streiks bei der Bahn

Von dpa

Rendsburg/Hamburg - Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgefordert, die angekündigten Streiks abzusagen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Der Machtkampf der Gewerkschaft darf nicht auf dem Rücken der Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft ausgetragen werden“, erklärte am Freitag UVNord-Präsident Philipp Murmann. „Die Liefer- und Transportketten sind pandemiebedingt ohnehin schon gestört und stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen.“ Eine weitere Unterbrechung durch längere Streiks im Güterverkehr gefährde die Erholung der Wirtschaft erheblich.

Im Güterverkehr soll der angekündigte Ausstand am Samstag um 17.00 Uhr beginnen. Im Personenverkehr ist der Streik von Montag 2.00 Uhr bis Mittwoch 2.00 Uhr angesetzt. „Durch die Streiks wird das Image des Verkehrsträgers „Schiene“ dauerhaft Schaden nehmen und das Ziel, aus Klimaschutzgründen die Warenströme vermehrt auf die Schiene zu verlagern, zunichte gemacht“, sagte UVNord-Präsident Murmann.

Die Gewerkschaft GDL hatte ihre Mitglieder zum zweiten Mal in der laufenden Tarifrunde aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. In der vergangenen Woche hatte sie den Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn über zwei Tage bestreikt. Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent und eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren.

Die Deutsche Bahn hatte der GDL zwar 3,2 Prozent angeboten, die Erhöhung soll demnach jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen beider Seiten noch deutlich auseinander.