Festspiele

Premiere von „Unendlicher Falstaff“ beim Lausitz Festival

Von dpa

Cottbus - Zum Abschluss des Lausitz Festivals an diesem Samstag warten die Veranstalter noch einmal mit einer fulminanten Premiere auf. „Unendlicher Falstaff“ besteht aus sieben Teilen, in denen Stücke von William Shakespeare, Musik von Komponist Giuseppe Verdi, ein Film von Orson Welles und Musik von Frank Zappa verarbeitet werden. Aufführungsort dieses genreübergreifenden Stücks ist der Hangar 5 auf dem Flugplatz Cottbus.

Nach einer Idee von Daniel Kühnel sei das Material Teil eines Projektes, das den „alten Fettsack“ Falstaff mit frischen Augen und jungen Stimmen betrachte und beschreibe, erklärte Festivalsprecher Friedrich Carl am Dienstag. Für Regie und Text zeichneten Daniele Abbado und Ruth Heynen verantwortlich.

Zur Figur Falstaff führte Carl an, sie sei eine tragische und komische Figur, erscheine als unmoralischer Schurke und liebenswerter Freund, aber auch als intelligenter Wortspieler und Säufer. Die Figur zerstöre die Ordnung nicht, stelle sie aber in Frage. Aktueller könne ein Stück derzeit nicht sein.

Die Komödie „Falstaff“ nach einer Vorlage von Shakespeares „Die lustigen Weiber von Windsor“ und „Heinrich IV.“ und dem Libretto vom Arrigo Boito komponierte der italienische Komponist Giuseppe Verdi (1813-1901) mit 80 Jahren. Verdis letztes Bühnenwerk über einen eitlen Lebemann und Schürzenjäger, der von seinen Mitmenschen auf listig-komische Weise ausmanövriert wird, gilt als eines seiner großen Meisterwerke.

Bei der Aufführung singen Solistinnen und Solisten und der Accademia Teatro alla Scala aus Mailand und es spielen die jüngsten Mitglieder des Cottbuser Schauspielensembles gemeinsam mit Studierenden der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.

Insgesamt sind beim länderübergreifenden Lausitz Festival in Brandenburg und Sachsen 80 Veranstaltungen an 50 Orten geplant. Das Festival läuft noch bis zum Sonntag (19.9.). Auftrittsorte waren neben zahlreichen Dorfkirchen im sächsisch-brandenburgischen-polnischen Grenzland das Staatstheater Cottbus und der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. Gespielt wurde und wird auch an ungewöhnlichen Orten wie dem ehemaligen Stasi-Knast in Bautzen oder der Telux-Industriebrache in Weißwasser.