Ramelow: „Müssen uns besser auf den Herbst vorbereiten“

Einen erneuten Lockdown verhindern: Messungen, anlasslose Tests und mehr Impfungen in Unternehmen könnten dabei helfen, glaubt Thüringens Regierungschef Ramelow.

Von dpa 04.07.2021, 13:59
Bodo Ramelow (Die Linke).
Bodo Ramelow (Die Linke). Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erfurt - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow setzt auf Frühwarnsysteme, die rechtzeitig ein wieder stärkeres Auftreten des Coronavirus anzeigen. Analysenmesstechnik einer Firma aus Jena, die mit einer Thüringer Hochschule zusammenarbeite, solle in Zukunft die Virenkonzentration im Abwasser messen, sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Ihr Einsatz in Thüringen werde gerade vorbereitet.

Zudem solle ein System anlassloser Tests in verschiedenen Bereichen, beispielsweise in Unternehmen oder Kindereinrichtungen, installiert werden. Das habe der wissenschaftliche Beirat vorgeschlagen, der die Landesregierung bei der Eindämmung der Pandemie berät. „Wir müssen uns besser auf den Herbst vorbereiten als im vergangenen Jahr“, sagte Ramelow.

Dazu gehöre, rechtzeitig Infektionsherde zu erkennen und Infektionsketten zu unterbrechen. Er hoffe, dass das sowie der weiter steigende Anteil der geimpften Bevölkerung einen Lockdown wie im Winter und Frühjahr verhindern könne. Wenn nötig, sollten statt flächendeckender Einschränkungen regionale oder lokale Regelungen gelten, so Ramelow. Auch andere Politiker hatten sich in den vergangenen Tagen dafür ausgesprochen, einen erneuten bundesweiten Lockdown im Herbst zu verhindern.

„Der Sommer wird eine ruhigere Zeit. Aber es gibt keinen Grund zur Entwarnung“, sagte Ramelow. Er rechne mit einer vierten Corona-Welle im Herbst, wenn sich die Menschen wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhielten. „Die Frage ist nur, wie stark sie ist.“ Das hänge auch davon ab, wie schnell sich die Coronavirus-Variante Delta ausbreite.

Ramelow appellierte an die Thüringer, bei der Impfbereitschaft nicht nachzulassen. Er setze dabei auch auf Impfaktionen in den Unternehmen. „Dort kann es noch mehr Dynamik geben.“

Thüringens Regierungschef tauchte in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ im Ranking der beliebtesten deutschen Politiker im unteren Drittel auf. 29 Prozent der Befragten gaben an, er solle als Politiker eine wichtige Rolle spielen. Nach Angaben von Ramelow kam er erstmals in dem Ranking vor, in dem vor allem Bundespolitiker, aber auch einige Ministerpräsidenten vertreten sind. Die Erhebung erfolgte laut Spiegel telefonisch zwischen dem 23. und dem 29. Juni unter 1016 Befragten.