Denkmäler

Restauriertes jüdisches Ritualbad wieder zugänglich

Von dpa 03.09.2021, 13:27 • Aktualisiert: 05.09.2021, 07:29

Schmalkalden - Das vor Jahren durch Zufall entdeckte jüdische Ritualbad in einem Keller in Schmalkalden ist jetzt der Öffentlichkeit zugänglich. Am Freitag wurde der Präsentationsraum der sogenannten Kellermikwe eingeweiht, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Thüringer Staatskanzlei mitteilten. Das Tauchbad aus dem 17. Jahrhundert, in das gläubige Juden zur rituellen Reinigung stiegen, war 2015 in einem Gewölbekeller im Stadtzentrum entdeckt worden. Es bezeugt das einst reichhaltige jüdische Leben in der südthüringischen Stadt. Nach Angaben der Staatskanzlei flossen in die Arbeiten zur Sicherung und Restaurierung insgesamt knapp 390.000 Euro, wobei das Land Thüringen allein rund 210.000 Euro trug. 50.000 Euro steuerte die Denkmalschutzstiftung bei.

Der Freistaat begeht derzeit ein Erinnerungsjahr an 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen. In Schmalkalden lebten Juden seit dem 13. Jahrhundert. Die dortige Synagoge, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts in unmittelbarer Nachbarschaft des Bades erbaut worden war, wurde von den Nationalsozialisten bei deren antisemitischen Pogromen in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 zerstört.

Nach Einschätzung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist das aus vier Becken bestehende Ritualbad außergewöhnlich gut erhalten, die qualitätsvolle Verarbeitung der verwendeten Sandsteine und einzelner Reliefs sei beeindruckend.