Sachsen bestellt Zehntausende Corona-Impfdosen beim Bund ab

Von dpa
Ein Arzt impft einen Mann.
Ein Arzt impft einen Mann. Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Dresden - Sachsen hat angesichts geringer Nachfrage Zehntausende Corona-Impfdosen beim Bund abbestellt. Für die nächste Woche sei die Bestellung von 58.500 Biontech-Impfdosen nun storniert worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag auf Anfrage. Auch für die darauffolgende Woche sei keine Bestellung geplant.

Die Lager seien derzeit noch gut gefüllt, die Nachfrage eher verhalten, hieß es zur Begründung. Zuvor hatte die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Auch für diese Woche hat das Ministerium bereits die Impfstofflieferung gestoppt. Ursprünglich waren 58.500 Dosen Biontech und 78.000 Dosen Moderna für den Freistaat eingeplant. Bereits am 7. Juli hatte das Gesundministerium eigenen Angaben zufolge alle künftigen Lieferungen von Astrazeneca storniert.

Das Ministerium verwies darauf, dass sich ab Mitte August die Zuteilung von Impfstoff an die Bundesländer ändert. Dann erhalten sie vom Bund nur noch die bestellte Menge der jeweiligen Präparate. Bisher wurde der Impfstoff nach Bevölkerungsanteil an die Länder geliefert.

Seit Wochen läuft die Impfkampagne im Freistaat eher schleppend, zuletzt hatte deshalb Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zusammen mit Verbänden, Handwerk, Industrie und zahlreichen Organisationen für eine Schutzimpfung geworben. In Sachsen sind aktuell nur 47,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Damit ist der Freistaat im bundesweiten Vergleich Schlusslicht. Deutschlandweit liegt die Impfquote bei 52,6 Prozent.