Studie: Vorurteile und Rassismus hemmen Integration

Von dpa

Chemnitz - Angst, Vorurteile und Rassismus hemmen auf dem Land die soziale Teilhabe von Geflüchteten. Das ist eine Erkenntnis, die ein Forschungsprojekt zur „Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Räumen“ ergeben hat. Untersucht wurden darin Kommunen in acht Landkreisen in Sachsen, Hessen, Niedersachsen und Bayern, wie die TU Chemnitz am Mittwoch mitteilte. Das Projekt habe eine Lücke in der Migrationsforschung schließen sollen, denn wenn über die Integration von Geflüchteten gesprochen werde, stünden selten kleine Städte oder Dörfer im Fokus.

Bei der Unterstützung der sozialen Teilhabe in den ländlichen Räumen komme es stark auf die Haltung der Politiker und Politikerinnen vor Ort an. Hätten sie nur lückenhafte Einblicke in die Lebenslagen von Geflüchteten, sei dies nicht günstig für eine aktive Integrationspolitik. Es sei die Basis für politisches Handeln, dass ein Problem erstmal wahrgenommen werden muss.

Für die Integration auf dem Land seien nicht nur Arbeitsplätze, Wohnungen oder Sprachkurse wichtig. Es komme auch stark auf die Zivilgesellschaft und die Aufnahmebereitschaft der lokalen Bevölkerung an, erklärte Prof. Birgit Glorius, die mit ihrem Chemnitzer Team an dem Verbundforschungsprojekt mitgearbeitet hat. In den untersuchten ländlichen Regionen sei die Zurückhaltung gegenüber Migrantinnen und Migranten größer gewesen als bundesweit.

Nach Angaben der TU Chemnitz stellte Glorius am Mittwoch einige der Forschungsergebnisse am Mittwoch bei der Fachkonferenz „Teilhabe und Antidiskriminierung“ vor. Sie wurde ihm Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum geplanten Integrations- und Teilhabegesetz veranstaltet.