Tarifeinigung im Kfz-Gewerbe

Von dpa
Neu- und Gebrauchtwagen stehen bei einem Autohändler nebeneinander.
Neu- und Gebrauchtwagen stehen bei einem Autohändler nebeneinander. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Hannover - Nach zwei Warnstreik-Runden steht laut der IG Metall ein Tarifkompromiss für die Beschäftigten von Autohändlern und Kfz-Werkstätten in Niedersachsen. Nach Angaben der Gewerkschaft soll es im August zunächst eine Einmalzahlung von 500 Euro geben, Azubis erhalten 220 Euro. Im Februar 2022 würden die Tabellenentgelte dann um 2,2 Prozent und die Ausbildungsvergütungen um 60 Euro erhöht, hieß es am Dienstag nach dem Ende der Verhandlungen in Hannover. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft 4 Prozent mehr Lohn gefordert.

Teil des Pakets ist den Angaben zufolge eine Vereinbarung, bald über Wahlmöglichkeiten zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit zu sprechen. Die Qualität der Aus- und Fortbildung soll zudem mit einem „Zukunftsdialog“ gesichert werden, es geht vor allem um die Transformation zu E-Mobilität und Vernetzung. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende März 2023.

Der Einigung vorausgegangen waren Ausstände im Kfz-Handwerk in Niedersachsen und im benachbarten Sachsen-Anhalt. Laut IG Metall beteiligten sich über 2700 Menschen aus 67 Betrieben. In beiden Bundesländern arbeiten etwa 52.000 Tarifbeschäftigte in der Branche. Die Gespräche für Sachsen-Anhalt sollen am Mittwoch weitergehen.

Pandemiebedingte Schließungen hatten manche Kfz-Betriebe 2020 und Anfang 2021 hart getroffen. Andere verdienten relativ gut, vor allem dank des Geschäfts mit Gebraucht- und E-Fahrzeugen. Zuletzt erholte sich auch die allgemeine Nachfrage wieder, die Lage einzelner Firmen unterscheidet sich mitunter aber stark. In Teilen der Branche mangelt es - wie in vielen anderen Handwerksbereichen - auch an Fachkräften.