Tausende niedersächsische Jugendliche kriegen Corona-Impfung

Die rot-schwarze Landesregierung hat am Sonntag Kinder ab zwölf Jahren in die kommunalen Impfzentren eingeladen. Die Aktion stieß auf große Resonanz und soll verlängert werden.

Von dpa
Eine Person wird geimpft.
Eine Person wird geimpft. Moritz Frankenberg/dpa

Hannover (dpa/lni) - In rund der Hälfte der niedersächsischen Impfzentren haben am Sonntag Jugendliche ab zwölf Jahren die Corona-Schutzimpfung erhalten. Wegen der großen Nachfrage hatte das Land bereits am Freitag eine Verlängerung der Sonderaktion angekündigt. Rund 27.000 Biontech-Impfdosen waren am Sonntag für Minderjährige reserviert. Wie viele Jugendliche sich landesweit gegen Covid-19 impfen ließen, kann das Gesundheitsministerium in Hannover nach Auskunft eines Sprechers erst Anfang der Woche mitteilen.

Der Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech ist als einziger auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung allerdings derzeit aus Mangel an Daten nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Die unter 18-Jährigen, die sich impfen lassen möchten, benötigen die Einwilligung ihrer Eltern.

Die Termine für Jugendliche können ausschließlich telefonisch über die Hotline des Landes gebucht werden. Dabei ist im Gegensatz zu den Impfungen von Erwachsenen in den Impfzentren die örtliche Bindung aufgehoben - Hannoveraner können beispielsweise auch nach Celle oder Hildesheim ausweichen. Die Termine im Impfzentrum der Region Hannover auf dem Messegelände waren am Sonntag ausgebucht.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts hat Niedersachsen im Vergleich der Bundesländer die höchste Corona-Impfquote bei unter 18-Jährigen. Bereits 6,3 Prozent der Jugendlichen haben demnach schon die Erstimpfung erhalten - im Bundesdurchschnitt sind es nur 5,0 Prozent.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wirbt immer wieder für die Impfung junger Leute - zuletzt angesichts der Verbreitung der Delta-Variante. Die Entscheidung liege letztlich bei den Eltern, aber die Politik wolle die Möglichkeit eröffnen, sagte der Regierungschef im NDR Sommerinterview.