Umstrittene Klimastiftung MV startet erstes Projekt

Von dpa

Schwerin - Die umstrittene Stiftung Klima- und Umweltschutz Mecklenburg-Vorpommern, die vom Erdgaspipeline-Unternehmen Nord Stream finanziert wird, startet ihr erstes Projekt. Unter dem Motto „Buddeln für Bäume - Kinder pflanzen fürs Klima“ lädt die Stiftung Kindertagesstätten im Land ein, einen Baum auf ihrem Gelände zu pflanzen. Für den Kauf der Setzlinge erhalte jede Kita bis zu 500 Euro, teilte die Stiftung am Mittwoch in Schwerin mit.

Sie stellt nach eigenen Angaben zudem unterstützend eine kleine Baum- oder Pflanzenkunde bereit, die dabei helfen solle, die passende Pflanze zum vorhandenen Boden und Platz zu finden. Im Herbst könnten die Kinder dann die Pflanzlöcher für die Setzlinge buddeln. Sie sollen die Bäumchen oder auch Sträucher danach pflegen, damit sie anwachsen.

Bei knapp 1000 Kitas im Land beträgt die Fördersumme bis zu 500.000 Euro. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), betonte: „Wir initiieren und unterstützen Projekte an Kitas und Schulen, denn Klimaschutz geht alle an und wir wissen, schon die Kleinsten machen begeistert mit.“

Die Klimastiftung ist hoch umstritten. Umweltverbände bezeichnen sie als Etikettenschwindel, die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist sogar vor Gericht gezogen. Sie will erreichen, dass die Stiftung ihre Arbeit wieder einstellt. Die Organisation beantragte Mitte Juni beim Verwaltungsgericht in Schwerin, der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen die Anerkennung der Stiftung Gültigkeit zu verleihen. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, sagte eine Sprecherin der Stiftung am Mittwoch.

Nach Überzeugung der DUH dient der Klima- und Umweltschutz nur als Vorwand. Tatsächlicher Hauptzweck der Stiftung sei es offensichtlich, über einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb den Weiterbau der Erdgas-Pipeline zu ermöglichen, hieß es.