Verbraucher

Verbraucherschützer warnen: „Riester-Rente ist gescheitert“

Von dpa
Ein Ordner mit der Aufschrift „Rente Riester Vertrag“ steht zwischen anderen Aktenordnern.
Ein Ordner mit der Aufschrift „Rente Riester Vertrag“ steht zwischen anderen Aktenordnern. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Hannover - Angst um die Absicherung im Alter, Streit mit Fitnessstudios und Ärger über die Qualität etwa von Möbeln halten die Verbraucherschützer in Niedersachsen in Atem. Die Schwerpunkte hätten sich verschoben - im vergangenen Jahr sei es lange besonders um Corona-Reisefrust und annullierte Flüge gegangen, sagte die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Petra Kristandt, am Dienstag. Vor allem unrentable und immer stärker in Verruf geratene Riester-Verträge beschäftigten viele Menschen - „die Riester-Rente ist gescheitert“, betonte sie. Dabei lasse der Staat die Verbraucherinnen und Verbraucher „etwas allein“.

Auch ein Problem: Die Rückzahlung zu Unrecht erhobener Gebühren nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs in einem Verfahren um die Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Demnach müssen Banken bei Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Zustimmung ihrer Kunden einholen. Die Klausel, wonach Geldhäuser von einer stillschweigenden Zustimmung ausgehen können, wenn Kunden einer Änderung nicht binnen zwei Monaten widersprechen, benachteilige Kunden unangemessen. Empfohlen werde, das Konto zu wechseln, wenn die Kunden mit ihrer Bank unzufrieden seien, sagte Kristandt.

Im laufenden Jahr sei die Zahl der Verbraucheranfragen im Vergleich mit dem Vorjahr etwas zurückgegangen, liege aber noch über der von 2019, sagte die Geschäftsführerin. 2020 habe die Zahl der Beratungen bei 82.044 gelegen, zur Hälfte erfolgte die Beratung per Video, E-Mail oder telefonisch. 2019 lag die Zahl der Beratungen bei 66.780.