Schulen

Wegen Corona massiver Einbruch bei Schuleingangsprüfungen

Von dpa 03.09.2021, 15:21 • Aktualisiert: 05.09.2021, 07:17

Hamburg - Nicht einmal die Hälfte aller einzuschulenden Kinder haben im vergangenen Schuljahr in Hamburg die eigentlich flächendeckend vorgesehene Eingangsuntersuchung durchlaufen. Von 18 918 Kindern wurden nur 9151 oder gut 48 Prozent tatsächlich untersucht, wie aus der am Freitag veröffentlichten Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht. Besonders wenige Untersuchungen habe es im Bezirk Harburg gegeben. Dort hätten nur rund 13 Prozent aller Kinder an den Schuleingangsuntersuchungen teilgenommen. „Aufgrund der außergewöhnlichen Pandemielage seit Beginn 2020 mussten diese, auch zum Schutz der Schülerinnen und Schüler, ausgesetzt werden“, erklärte der Senat. Derzeit würden sie in allen Bezirken wieder aufgenommen.

„Die Zahlen machen mich wirklich fassungslos“, sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus. Die Schuleingangsuntersuchungen gebe es ja nicht ohne Grund. „Nur wenn wir frühzeitig Förder- und Unterstützungsbedarfe der Kinder feststellen, können wir einen gleichberechtigten Schulstart ermöglichen.“ Sie erwarte, dass die Untersuchungen schnellstmöglich nachgeholt werden.

Der Linken-Gesundheitsexperte Deniz Celik kritisierte, dass Beschäftigte des Schulärztlichen Dienstes aufgrund der Corona-Pandemie in anderen Dienststellen eingesetzt worden seien und so Schuleingangsuntersuchungen nicht hätten stattfinden können. Der öffentliche Gesundheitsdienst sei jahrelang kaputtgespart worden. „Das rächt sich in der Pandemie.“