Gesundheit

Weiter Debatte um Zukunft der Uniklinik in Rostock

Von dpa
Torsten Koplin, Abgeordnete der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.
Torsten Koplin, Abgeordnete der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Schwerin - Die Linkspartei hat das Sanierungskonzept der SPD-CDU-Landesregierung für das Universitätsklinikum Rostock als nicht mehr tragfähig bezeichnet. „Die heutige Befragung von Ärzten, Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern sowie des beurlaubten Vorstandsvorsitzenden Prof. Christian Schmidt hat den akuten Handlungsdruck offenbart“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, am Dienstag nach einer mehr als fünfstündigen Sondersitzung des Bildungsausschusses im Landtag.

Der Ausschuss hatte zu einer Anhörung geladen, nachdem sich zahlreiche Ärztinnen und Ärzte des Klinikums Anfang August mit einem Brief an die Landesregierung gewandt hatten. Sie wiesen unter anderem auf Versorgungsprobleme in der Kinderklinik hin und kritisierten Sparmaßnahmen. Auch der Landesverbandschef des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Andreas Michel, bezeichnete die Universitätsklinik zuletzt als „nicht mehr arbeitsfähig“. Es gebe etwa niemanden mehr, der einen Herzultraschall bei einem Kind machen könne.

Die für das Klinikum zuständige Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) verteidigte die von der Landesregierung eingeleiteten Hilfsmaßnahmen. „Wir haben sehr schnell gehandelt, als wir den Brief der Chefärzte bekommen haben“, sagte die Politikerin dem NDR. Dem Sender zufolge hatte es aber auch zuvor schon Warnungen aus der Ärzteschaft zu Engpässen in der Notfallversorgung gegeben.

Nach Angaben Martins sind für das laufende Jahr zwei Millionen Euro und für das nächste Jahr fünf Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt worden. Daneben sollen Stellen, vor allem in der Kindermedizin geschaffen werden. „Das Land Mecklenburg-Vorpommern (steht) hinter der Universitätsklinik“, hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung versichert.