Wohnungsverband: Möglichst auf Einfamilienhäuser verzichten

Von dpa

Kiel/Hamburg - Vertreter der norddeutschen Wohnungswirtschaft haben sich zugunsten des Klimaschutzes für einen weitgehenden Verzicht auf Einfamilienhäuser ausgesprochen. „Angesichts zunehmender Flächenversiegelung und aus Gründen von Nachhaltigkeit ist die Errichtung von mehrgeschossigen Wohngebäuden sicher am sinnvollsten“, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU). Das schließe den Bau von Einfamilienhäusern - da, wo es passe - natürlich nicht aus, „aber es sollte vorsichtig damit umgegangen werden“.

VNW-Direktor Andreas Breitner und der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Marcel Sonntag sprechen sich in dem Schreiben dafür aus, mehr Grünflächen zu schaffen, Plätze stärker zu begrünen, die Zahl der Parkplätze zu reduzieren, Häuser höher zu bauen, Baulücken zu schließen und Gebäude zu sanieren. „Wir denken, dass in der Wohnungspolitik mehr geht und Luft nach oben ist“, heißt es in dem Schreiben. Die Schlussfolgerung müsse lauten: weniger Flächenfraß, mehr Nachhaltigkeit und eine ökologische Wende in den Städten und Zentren. „Es ist nicht fünf vor, sondern zwölf, aber wir können immer noch handeln.“

Der VNW vertritt nach eigenen Angaben in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein 396 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 686 000 Wohnungen lebten rund 1,5 Millionen Menschen.