Kürzung der Städtebauförderung

Nachdenken

Von Torsten Scheer

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Man könnte versucht sein, die Flucht vor der eigenen Bringeschuld auch der Wohnungswirtschaft zu unterstellen, wenn sie derzeit massiv gegen die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen bei der Städtebauförderung Front macht. Das würde jedoch den Kern der Sache verfehlen.

Bei der Städtebauförderung geht es um mehr als um das Aufhübschen von Gartenlauben. Sie ist ein Stück Lunge unserer Volkswirtschaft. Wohngebiete zu entwickeln, löst enorme Effekte aus. Sie bindet in der Bauwirtschaft, die ohnehin zu einem großen Teil von öffentlichen Aufträgen abhängig ist, viele Ressourcen und Arbeitsplätze. Sie löst zusätzliche private Investitionen aus, von denen das Handwerk profitiert. Und sie generiert Lohn- wie Mehrwertsteuern, von denen wiederum der Staat profitiert. Berlin sollte deshalb in aller Ruhe noch einmal nachdenken. (Wirtschaft)