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Finanzbranche Commerzbank erhöht Ziele im Übernahmekampf mit Unicredit

Die Commerzbank hat 2025 fast ein Rekordergebnis eingefahren, nun soll der Gewinn im laufenden Jahr noch stärker steigen. Das soll eine Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit abwenden.

Von dpa Aktualisiert: 11.02.2026, 09:58
Commerzbank-Chefin Orlopp will noch mehr Gewinn erreichen (Archivbild)
Commerzbank-Chefin Orlopp will noch mehr Gewinn erreichen (Archivbild) Arne Dedert/dpa

Frankfurt/Main - Die Commerzbank setzt sich nach einem Gewinn fast auf Rekordniveau höhere Ziele, um eine feindliche Übernahme durch die Unicredit zu verhindern. Die neuen Ziele sollen den Aktienkurs nach oben treiben, was einen Kauf durch die italienische Großbank erschweren würde.

Dieses Jahr soll der Gewinn die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro noch übertreffen, wie der Dax-Konzern in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt noch mehr erwartet. Bis 2028 soll der Gewinn wie geplant weiter auf 4,2 Milliarden Euro wachsen.

„Wir haben unsere ehrgeizigen Wachstumsziele für 2025 nicht nur erreicht, sondern an vielen Stellen sogar übertroffen“, sagte Vorstandchefin Bettina Orlopp. „Und unser Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt. Das zeigt: Die Commerzbank spielt heute in einer anderen Liga.“

Hartes Ringen mit Unicredit

Die Unicredit buhlt seit Herbst 2024 um die Commerzbank und verspricht sich von einem Zusammenschluss Vorteile im deutschen Markt mit Privat- und Mittelstandskunden. Inzwischen ist die Großbank aus Mailand mit gut 26 Prozent der Anteile größter Aktionär der Commerzbank und hat über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere gut drei Prozent.

Doch Unicredit-Chef Andrea Orcel hat bisher kein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt - ab der Schwelle von 30 Prozent wäre er dazu verpflichtet. Die Commerzbank hat ihren Börsenwert mittlerweile auf rund 40 Milliarden Euro hochgeschraubt, was sie selbst für die dreimal so wertvolle Unicredit schwer angreifbar macht. Die Bundesregierung, die rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile hält, lehnt eine Übernahme ab und will ihre Aktien nicht verkaufen. 

Bank soll effizienter werden

Für ihre Ziele will Commerzbank-Chefin Orlopp die Einnahmen weiter nach oben treiben und zugleich die Kosten im Griff halten. So soll der Zinsüberschuss dieses Jahr stärker als gedacht von zuletzt 8,2 Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro wachsen. Der Provisionsüberschuss etwa mit Wertpapiergeschäften soll um sieben Prozent zulegen.

Für 2028 hat sich Orlopp eine Aufwands-Ertrags-Quote von 50 Prozent vorgenommen und setzt dabei verstärkt auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Im vergangenen Jahr lag die wichtige Effizienzquote bei 57 Prozent.

Hoher Gewinn trotz teurer Abfindungen

Unterm Strich verdiente die Commerzbank 2025 wie bereits am Vortag mitgeteilt gut 2,6 Milliarden Euro. Trotz hoher Kosten für den Abbau und die Verlagerung von 3.900 Vollzeitstellen, davon den Löwenanteil in Deutschland, verfehlte sie damit ihren Rekordgewinn von 2024 knapp. Ohne die Umbaukosten von 562 Millionen Euro hätte die Bank mit 3 Milliarden Euro sogar einen neuen Rekordgewinn erreicht. 

Gewinn geht komplett an Aktionäre

Für die Aktionäre packt die Commerzbank das Füllhorn aus: Die Dividende soll von 65 Cent auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Zudem will die Bank für bis zu 540 Millionen Euro weitere Aktien zurückkaufen.

Zusammen mit dem schon abgeschlossenen Rückkaufprogramm von 2025 gibt die Bank damit 2,7 Milliarden Euro für Dividenden und Aktienrückkäufe aus - mehr als ihren ganzen Jahresgewinn.

Noch bis 2028 will Orlopp die kompletten Jahresgewinne so den Aktionären zugutekommen lassen. Zusammen mit den steigenden Gewinnen soll dies das Geldhaus für Anleger so attraktiv machen, dass sie ihre Commerzbank-Aktien lieber behalten, als sie an die Unicredit zu verkaufen.