Coronavirus

Volkswagen zieht Bilanz

Oft geht es nur noch mit Kurzarbeit, Sparprogrammen oder finanziellen Rücklagen. Der VW-Konzern nennt nun Details zum schwierigen Jahr 2020.

Wolfsburg (dpa) l Volkswagen berichtet am Dienstag über die Entwicklung der Verkäufe bei seiner Kernmarke im vergangenen Jahr. 2020 war für so gut wie alle Autohersteller von erheblichen Absatzeinbrüchen geprägt, weil die Nachfrage aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit vieler privater und geschäftlicher Kunden abrutschte. Bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wie Elektro- oder Hybridwagen konnte die Branche jedoch Zuwächse verbuchen – mit ausgelöst durch Zuschüsse von Staaten und Industrie.

In Deutschland stürzte der Automarkt über die abgelaufenen zwölf Monate in der Summe ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldete jüngst ein Minus der Neuzulassungen von fast einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Wagen, die auf die Straße kamen (rund 2,92 Millionen), war damit so gering wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bereits bekannt ist, dass auch VW auf dieser Basis hierzulande drastisch schlechter wegkam als 2019: Die Hauptmarke des weltgrößten Autokonzerns verbuchte laut KBA 21,3 Prozent weniger Neuzulassungen. Ihr relativer Marktanteil blieb mit 18 Prozent aber der größte.

Bevor Verbraucher und Unternehmen Neuwagen anmelden, erfassen die Hersteller den Absatz der Werke und die Auslieferungen an Händler oder Direktkunden. Hierzu werden jetzt ebenfalls Zahlen erwartet.

Für den bisherigen Verlauf 2020 bis Ende November hatte die Marke VW-Pkw eine Abnahme der weltweiten Auslieferungen um über 16 Prozent auf etwas mehr als 4,7 Millionen Stück gemeldet. Im November selbst entspannte sich die Lage nur wenig, hier lag der Rückgang verglichen mit dem Vorjahresmonat noch bei immerhin 9,7 Prozent. Besonders schwach lief das Geschäft zuletzt in Westeuropa und Nordamerika.

Die Autobranche hofft, dass es im neuen Jahr aufwärts geht. Schon der Dezember brachte ihr – gemessen an den Neuzulassungen – auf dem deutschen Markt wieder etwas Luft: Das KBA meldete für den vorigen Monat ein Plus von etwa 10 Prozent gegenüber dem Dezember 2019. "Viele Privatkunden haben zum Jahresende noch ein Auto gekauft, um von der Mehrwertsteuersenkung zu profitieren", erklärte Reinhard Zirpel vom Verband der Internationalen Kraftfahrzeugherstelle.